26 April 2026, 12:07

12-Stunden-Regel an Tankstellen: Wer profitiert wirklich von den neuen Preisspielräumen?

Graphik zeigt Kraftstoffpreise in den Vereinigten Staaten mit zwei Linien, die den Preistrend darstellen, eine abnehmend (blau) und eine zunehmend (grün), auf einem weißen Hintergrund.

12-Stunden-Regel an Tankstellen: Wer profitiert wirklich von den neuen Preisspielräumen?

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass die in Deutschland eingeführte 12-Stunden-Regel für Preiserhöhungen an den Tankstellen die Gewinne der Mineralölindustrie gesteigert hat. Die am 1. April in Kraft getretene Regelung führte zu höheren Margen bei Superbenzin, während die Auswirkungen auf Diesel weiterhin unklar bleiben. Forscher des ZEW Mannheim und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) haben Preisdaten ausgewertet, um die Veränderungen zu analysieren.

Die Auswirkungen der Reform fallen regional unterschiedlich aus. Besonders in Süddeutschland waren die Preisanpassungen am deutlichsten spürbar – bedingt durch höhere Durchschnittseinkommen und Unterschiede in den Lieferketten. Kleine Tankstellenketten und unabhängige Betreiber verzeichneten die stärksten Margensteigerungen, während größere Anbieter nur geringe Zuwächse verzeichneten.

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Die Wissenschaftler verglichen die Nettopreise im Einzelhandel mit den Großhandelspreisen am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA). Dabei zeigte sich, dass sich die Gewinnmarge bei Superbenzin in den ersten beiden Wochen nach Einführung der Regel im Schnitt um 6 Cent pro Liter erhöhte. Bei Diesel ließ sich hingegen kein klarer Trend erkennen – die Margen schwankten zu stark, um eine durchgehende Steigerung zu bestätigen.

Experten bewerten den Erfolg der Reform unterschiedlich. Leona Jung vom DICE erklärte, die Maßnahme habe weder die Kraftstoffpreise insgesamt gesenkt noch die Gewinnmargen verringert. Justus Haucap, Direktor des DICE, betonte, dass die Wirkung stark von der Marktstruktur und dem Wettbewerb abhänge. Jacob Schildknecht vom ZEW fügte hinzu, dass zwar die Diesel-Margen schwerer zu messen seien, es aber Anzeichen für eine Auswirkung gebe.

Die Studie zeigt, dass die 12-Stunden-Regel zu uneinheitlichen Ergebnissen führt: Kleine Betreiber profitierten am stärksten von den Margensprüngen, während die Preise für Superbenzin stiegen, die Reaktion bei Diesel jedoch ungewiss bleibt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass regionale und strukturelle Faktoren eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie sich die Regelung auf die Kraftstoffkosten auswirkt.

Quelle