"Al-Fazia': Der Schrecken" – wie ein Graphic Novel syrische Folter überlebt macht
Matteo Wolf"Al-Fazia': Der Schrecken" – wie ein Graphic Novel syrische Folter überlebt macht
Ein eindrucksvoller neuer Graphic Novel erzählt die erschütternde Geschichte von Akram Al Saud, einem syrischen Überlebenden von Folter und Haft. „Al-Fazia’: Der Schrecken“, geschaffen vom deutschen Künstler Tobi Dahmen, schildert Al Sauds Widerstand gegen das Assad-Regime und seinen Kampf um Gerechtigkeit.
Akram Al Saud wurde in Syrien geboren und erlebte 26 Jahre unter der Herrschaft von Baschar al-Assad. Als Student in Aleppo schloss er sich Protesten gegen die Regierung an – eine Entscheidung, die zu seiner Verhaftung führte. Im Laufe der Zeit wurde er viermal inhaftiert und erlitten brutale Folter und Demütigungen durch den syrischen Geheimdienst.
Trotz des Leidens schwor Al Saud, sich zu widersetzen und zu überleben. Seine Erlebnisse spiegeln eine größere Tragödie wider: Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben über 100.000 Menschen in den Haftzentren des Assad-Regimes. Obwohl Al Saud von Natur aus zurückhaltend ist, erhebt er nun seine Stimme und fordert Rechenschaft für die begangenen Verbrechen.
Tobi Dahmen, bekannt für sorgfältig recherchierte Werke wie „Columbusstraße“, lässt Al Sauds Geschichte mit großer Detailtreue lebendig werden. Die behutsamen, aber eindringlichen Bilder des Graphic Novels fangen das Trauma der Haft ein und würdigen zugleich Al Sauds Widerstandskraft. Sein ungebrochener Wille – sowohl in Gefangenschaft als auch danach – steht als Zeugnis menschlicher Stärke angesichts von Unterdrückung.
„Al-Fazia’: Der Schrecken“ sorgt dafür, dass Al Sauds Geschichte ein breiteres Publikum erreicht. Der Band dokumentiert nicht nur seinen persönlichen Kampf, sondern auch die anhaltenden Gräueltaten in syrischen Gefängnissen. Durch Dahmens Werk wird Al Sauds Stimme Teil des Rufs nach Gerechtigkeit und Erinnerung.






