24 May 2026, 14:12

Autor warnt vor Ungerechtigkeit durch Paragraf 188 nach Tweet gegen CDU-Politiker

Beleidigungen gegen Politiker

Autor warnt vor Ungerechtigkeit durch Paragraf 188 nach Tweet gegen CDU-Politiker

Ein deutscher Autor hat sich gegen Paragraf 188 des Strafgesetzbuchs ausgesprochen, nachdem er wegen eines vier Jahre alten Tweets rechtliche Konsequenzen fürchten musste. Der Fall begann, als er den CDU-Politiker Philipp Amthor als „rassistischen Arsch“ bezeichnete – eine Äußerung, die zu einem Strafbefehl in Höhe von 90 Tagessätzen führte. Zwar endete der Prozess zugunsten des Autors, doch warnt er nun, dass das Gesetz normale Bürger unrechtmäßig benachteilige.

Die juristischen Probleme des Autors begannen 2020, nachdem er Amthor in einem Tweet beleidigt hatte. Nach Paragraf 188, der Straftaten gegen Amtsträger regelt, wurde das Verfahren im öffentlichen Interesse verfolgt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Beleidigungstatbeständen sieht dieser Paragraf strengere Strafen vor und verjährt erst nach fünf Jahren.

Der Autor erhielt einen Strafbefehl – ein in mehr als der Hälfte aller deutschen Strafverfahren übliches Vorgehen. Obwohl er die Anklage erfolgreich abwehren konnte, argumentiert er, dass die meisten Menschen weder die Mittel noch die Möglichkeiten hätten, gegen solche Entscheidungen vorzugehen. Als ehemaliger Kommunalbeamter kennt er zudem die Misshandlungen, denen öffentliche Bedienstete oft ausgesetzt sind.

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Der UN-Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit hatte Paragraf 188 bereits zuvor kritisiert, da er das Potenzial berge, die freie Meinungsäußerung einzuschränken. Der Autor behauptet, das Gesetz schaffe ein zweiklassiges Rechtssystem, in dem Politiker stärker geschützt würden als normale Bürger. Bleibe es unverändert, warnt er, könnte es die Feindseligkeit gegenüber öffentlichen Persönlichkeiten sogar verschärfen, statt sie zu verringern.

Der Fall des Autors wirft grundsätzliche Fragen zu Meinungsfreiheit und rechtlicher Gerechtigkeit in Deutschland auf. Solange Paragraf 188 in Kraft bleibt, befürchten Kritiker, dass er Bürger unverhältnismäßig hart bestraft, ohne die tiefer liegenden Probleme der politischen Polarisierung zu lösen. Angesichts wachsender Reformforderungen bleibt die Zukunft des Gesetzes ungewiss.

Quelle