11 April 2026, 20:06

Bahn-Chaos in Deutschland: Warum 80 Prozent der Verspätungen auf marode Infrastruktur zurückgehen

Gruppe von Menschen um einen Zug auf den Schienen mit einigen Passagieren im Inneren und anderen außerhalb, vor Gebäuden und Bäumen, mit Text unten: "Ludwigs-Eisenbahn, der erste Bahnhof in Deutschland."

Bahn-Chaos in Deutschland: Warum 80 Prozent der Verspätungen auf marode Infrastruktur zurückgehen

Deutschlands Bahnnetz leidet unter massiven Verspätungen – 80 Prozent gehen auf marode Infrastruktur zurück

Ein neuer Bericht des Bundesrechnungshofs wirft der Deutschen Bahn und der Bundesregierung vor, seit Jahren bekannte Probleme nicht angepackt zu haben. Besonders in Nordrhein-Westfalen kämpfen Fahrgäste mit erheblichen Einschränkungen durch anhaltende Baustellen und Personalmangel.

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Die Deutsche Bahn führt die Verspätungen immer wieder auf bröckelnde Gleise zurück. Doch der Bahnexperte Christian Böttger widerspricht dieser Darstellung: Veraltete Führungsstrukturen und fehlende Kapazitäten seien ebenso verantwortlich. Der Bundesrechnungshof bestätigt diese Kritik nun und moniert, dass weder das Unternehmen noch die Politik die dringend nötige Modernisierung des Netzes vorantreiben.

Besonders prekär ist die Lage in Nordrhein-Westfalen, wo das Schienennetz bundesweit am schlechtesten dasteht. Aktuell fallen zwischen Köln und Hagen alle Fern- und S-Bahn-Verbindungen aus, weil der Bahnhof Wuppertal-Barmen umgebaut wird. Dies ist Teil einer groß angelegten Sanierungsoffensive: Zehn Streckenabschnitte sind bereits in Arbeit, acht weitere sollen in den kommenden Jahren folgen.

Fachleute warnen, dass das Netz nicht mit der steigenden Zahl an Zügen mitgewachsen ist – die Folge sind Überlastung und weitere Verspätungen. Zudem verzögert ein Mangel an Abnahmeprüfern die Wiederinbetriebnahme sanierter Strecken. Einige schlagen vor, den Regionalverkehr auszu dünnen, um die Belastung zu verringern. Doch das würde vor allem Pendler treffen, die auf diese Verbindungen angewiesen sind.

Da die Verspätungen vor allem auf Infrastrukturversagen zurückgehen, wächst der Druck auf die Deutsche Bahn, die Bedingungen zu verbessern. Die laufenden Sanierungen in Nordrhein-Westfalen sollen zwar einige Probleme lösen, doch Personalengpässe und Kapazitätsgrenzen behindern weiterhin den reibungslosen Betrieb. Der Bericht des Bundesrechnungshofs unterstreicht die Dringlichkeit, das Management des deutschen Schienennetzes grundlegend zu reformieren.

Quelle