Bergkirchweih in Erlangen: Warum diese Partyhits jetzt verboten sind
Erlangens berühmtes Bergkirchweih-Volksfest bereitet sich auf fast eine Million Besucher vor
Doch hinter den Kulissen entbrannte eine Debatte über die beim Fest gespielten Lieder. Die Stadt hat nun mehrere klassische Partyhits auf eine schwarze Liste gesetzt – als sexistisch oder beleidigend eingestuft.
Der Streit begann 2021, als der Stadtrat – unterstützt von CSU, Linken und SPD – Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ verurteilte. Ziel war es, aggressives Verhalten zu bekämpfen, das mit bestimmten Texten in Verbindung gebracht wird. Selbst langjährige Favoriten wie Skandal im Sperrbezirk, eine satirische Abrechnung mit Münchens Prostitutionsverbot, landeten auf dem Index.
Antrieb erhielt die Initiative nach Beschwerden über aufdringliche Männer und verunsicherte Festbesucher. Reka Lörincz, Gleichstellungsbeauftragte der Grünen, und Nora Hahn-Hobeck prüften Dutzende Songs auf problematische Inhalte. Ihre Analyse führte zu einer offiziellen Liste mit Titeln, die für die öffentliche Wiedergabe als unangemessen gelten.
Wirtshausbesitzer zeigten sich jedoch skeptisch. Manche verglichen die Zensurmaßnahme mit Methoden aus der DDR. Trotz der Kritik betont die Stadtverwaltung, der Schritt sei nötig, um ein sicheres und inklusiveres Festklima zu schaffen.
Die schwarze Liste dient nun als Richtlinie für DJs und Veranstaltungsorte beim diesjährigen Bergkirchweih. Wer die indizierten Lieder spielt, riskiert Strafen. Die Maßnahme ist Teil eines größeren Vorhabens, Belästigung und Diskriminierung im öffentlichen Raum entgegenzuwirken.






