Boryszew Kunststofftechnik schließt bis 2025 beide Werke in Deutschland
Ella WagnerKein Investor: Auto-Zulieferer Boryszew stoppt Produktion - Boryszew Kunststofftechnik schließt bis 2025 beide Werke in Deutschland
Boryszew Kunststofftechnik, ein großer Automobilzulieferer in Sachsen-Anhalt, wird bis Ende 2025 seine Produktionsstandorte schließen. Das Unternehmen, das sich auf Innenraumkomponenten für die Volkswagen Gruppe spezialisiert hat, kämpft seit Langem mit nachlassender Nachfrage und scheiterte daran, einen langfristigen Investor zu gewinnen. Die Belegschaft an zwei deutschen Standorten wurde diese Woche über die Entscheidung informiert.
Der Niedergang des Unternehmens folgt auf zwei Jahre mit rückläufigen Aufträgen in der deutschen Automobilbranche. Halbleiterknappheit, steigende Inflation und der Umstieg auf Elektrofahrzeuge haben die traditionellen Lieferketten durcheinandergebracht. Diese Veränderungen trafen Zulieferer wie Boryszew besonders hart, da Elektroautos andere Komponenten und Produktionspartnerschaften erfordern.
Versuche, einen Käufer zu finden, scheiterten aufgrund der anhaltenden Instabilität der Branche. Ohne neue Verträge bestätigte der Insolvenzverwalter Silvio Höfer, dass die Produktion bis Ende 2025 vollständig eingestellt wird. Das Werk in Gardelegen mit 330 Beschäftigten sowie der Standort Idar-Oberstein mit rund 100 Mitarbeitenden werden beide geschlossen.
Die Arbeitsplätze an beiden Standorten bleiben bis zur Einstellung des Betriebs zum Jahresende erhalten. Das Unternehmen hatte sich zuvor auf die stetige Nachfrage von Volkswagen verlassen, konnte sich jedoch nicht schnell genug an den wandelnden Markt anpassen.
Die Schließung markiert das Ende eines wichtigen Zulieferers in der deutschen Automobilindustrie. Alle 430 Beschäftigten werden ihren Arbeitsplatz verlieren, sobald die Produktion eingestellt wird. Die Entscheidung unterstreicht die wachsenden Herausforderungen, vor denen traditionelle Automobilzulieferer im Zuge des Umstiegs auf Elektromobilität stehen.






