05 June 2026, 19:30

Deutsche Filmpreise: "Die Mittagsfrau" triumphiert – Wenders entfacht Debatte über Filmzensur

Deutscher Filmpreis: Dann spricht Wim Wenders

Deutsche Filmpreise: "Die Mittagsfrau" triumphiert – Wenders entfacht Debatte über Filmzensur

Deutsche Filmpreise: Emotionale Reden, Rekordgewinne und Debatte über historische Filmszenen

Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises gab es berührende Reden, Rekordgewinne und eine kontroverse Diskussion darüber, ob historische Filme an moderne Sensibilitäten angepasst werden sollten. Regisseur Wim Wenders löste mit seiner Frage, ob ältere Werke nachträglich bearbeitet werden dürften, eine Debatte aus. Unterdessen dominierte Die Mittagsfrau die Preisverleihung mit zehn Auszeichnungen, darunter der Preis für den besten Spielfilm.

Wenders nutzte die Bühne, um eine umstrittene Szene aus seinem Film Falsche Bewegung von 1975 zu thematisieren, in der die damals 14-jährige Nastassja Kinski mitspielte. Er räumte ein, dass er die Szene heute anders inszenieren würde, und fragte: „Kann man einen Film im Nachhinein verändern?“ Gleichzeitig warnte er davor, dass eine solche Bearbeitung einen Präzedenzfall für andere Werke schaffen könnte. Wenders forderte die Deutsche Filmakademie auf, sich mit dem Umgang problematischer Inhalte in älteren Filmen auseinanderzusetzen.

Mascha Schilinskis Die Mittagsfrau räumte bei den Auszeichnungen ab und erhielt unter anderem die Goldene Lola für den besten Spielfilm. In den Schauspielkategorien gewann Senta Berger den Preis als beste Hauptdarstellerin für Ach, diese Lücken, diese schrecklichen Lücken – unter der Regie ihres Sohnes Simon Verhoeven. Lena Urzendowsky wurde als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet und nutzte ihre Dankesrede, um zu mehr Empathie und Solidarität in der Branche aufzurufen.

Auch politische Themen kamen zur Sprache: Akademiepräsident Florian Gallenberger und Moderator Christian Friedel äußerten sich besorgt über den Aufstieg der rechtsextremen AfD. Produzent Ingo Fliess, der einen Preis für Gelbe Briefe entgegennahm, betonte seine Dankbarkeit, in Deutschland ohne Angst arbeiten zu können.

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Der Abend endete mit Die Mittagsfrau als großer Gewinnerin, doch die Diskussion über Wenders’ Aussagen wird voraussichtlich weitergehen. Seine Forderung nach einer Debatte über die Nachbearbeitung alter Filme fügt der Frage nach künstlerischer Verantwortung eine neue Dimension hinzu. Die Preisverleihung zeigte zudem, wie stark sich die Branche zunehmend mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt.

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