"Die Reise nach Reims": Ein Opernfeuerwerk mit brennender Harfe und Akrobatik
Greta Schneider"Die Reise nach Reims": Ein Opernfeuerwerk mit brennender Harfe und Akrobatik
Eine temperamentvolle Opera buffa aus dem Jahr 1825 begeistert in einer funkelnden Neuinszenierung das Publikum. Im Mittelpunkt der Handlung stehen adlige Gäste im Hotel „Goldene Lilie“ in der französischen Provinz. Mit Akrobatik, Schusswechseln und sogar einer lodernden Harfe verlangt diese Produktion von den 14 Sänger:innen nicht nur stimmliche Brillanz, sondern auch körperlichen Einsatz.
Die für die Krönung von König Karl X. komponierte Oper verbindet Witz und Spektakel. Die Handlung entfaltet sich, als wohlhabende Reisende im „Goldenen Lilie“ zusammenkommen – jede Figur mit eigenem Charme. Während der Aufführung knallen Pistolen, und an einer Stelle wird eine Harfe dramatisch in Brand gesetzt.
Cecilia Bartoli glänzt in der Rolle der Corinna, ihre kristallklare Stimme meistert virtuos die anspruchsvollen Koloraturpassagen. Edgardo Rocha überzeugt mit seinem lyrischen Tenor als Belfiore, während Dmitry Korchak die schwindelerregenden Gesangslinien des Grafen Libenskof souverän bewältigt. Marina Viotti zieht als Gräfin Melibea alle Blicke auf sich, und Mélissa Petit funkelt als Gräfin di Folleville.
Tara Erraught verleiht der Madame Cortese mit ihrem spielerischen Jodeln eine besondere Note. Doch das Ensemble beeindruckt nicht nur gesanglich: Mit präzisen akrobatischen Einlagen halten die Künstler:innen die Energie ungebremst aufrecht. Am Pult des auf historischen Instrumenten spielenden Orchesters führt Gianluca CapuanoLes Musiciens du Prince-Monaco durch die lebhaften Rhythmen und feinen Nuancen der Partitur.
Die Inszenierung vereint stimmliche Feuerwerke, körperlichen Wagemut und theatralische Überraschungen. Von Bartolis agiler Koloratur bis zu den akrobatischen Einlagen des Ensembles sprengt jedes Element die Grenzen der traditionellen Oper. Das Publikum verlässt den Saal mit dem Eindruck eines atemberaubenden Spektakels – und dem Bild der flammenden Harfe fest im Gedächtnis.






