02 April 2026, 22:06

EMAF in Osnabrück: Streit um palästinensischen Künstler entzweit Politik und Kultur

Plakat für ein Münchner Festival mit einem Bild einer Frau umgeben von Menschen und Bäumen mit Text.

EMAF in Osnabrück: Streit um palästinensischen Künstler entzweit Politik und Kultur

European Media Art Festival (EMAF) in Osnabrück löst mit Palästinensischer Künstlerin Streit aus

Das European Media Art Festival (EMAF) in Osnabrück hat mit seiner Entscheidung, einen Kurzfilm des palästinensischen Künstlers Basel Al-Sharif zu zeigen, für Kontroversen gesorgt. Das Festival, das Ende April beginnt, nahm Al-Sharifs Werk "Morning Circle" in ein Programm auf, das künstlerische Freiheit und Verantwortung thematisiert. Kritiker werfen dem Filmemacher jedoch vor, Verbindungen zur BDS-Bewegung zu unterhalten und die Gewalt von Hamas nicht klar zu verurteilen.

Der Streit hat den Osnabrücker Stadtrat dazu veranlasst, sich von der Veranstaltung zu distanzieren. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) zog seine offizielle Unterstützung zurück – mit Verweis auf Befürchtungen, es könne sich um antisemitische Tendenzen handeln.

Das diesjährige Motto des Festivals, "An Incomplete Assembly" ("Eine unvollständige Versammlung"), sollte das Spannungsfeld zwischen künstlerischem Ausdruck und gesellschaftlicher Verantwortung ausloten. Die Organisatoren arbeiteten zwar mit palästinensischen Künstlern zusammen, bezogen aber auch jüdische und israelische Perspektiven in das Programm ein. Dennoch sorgt Al-Sharifs Teilnahme für scharfe Kritik.

Gegner verweisen auf ihre Social-Media-Aktivitäten, darunter ein Halloween-Post, in dem sie sich als Symbol der Hamas verkleidete. Andere behaupten, ihre Positionen deckten sich mit denen der BDS-Bewegung, die seit ihrer Gründung 2005 immer wieder mit Antisemitismusvorwürfen konfrontiert ist. Ein Sprecher der Stadt erklärte, Al-Sharifs Ansichten stünden "im Widerspruch zu den Werten Osnabrücks", während die Landesregierung zwar ihre Ablehnung von Antisemitismus betonte, gleichzeitig aber die kuratorische Freiheit des Festivals respektiere.

Thomas Groß, Oberbürgermeisterkandidat der Linken, argumentierte, dass das Unterdrücken palästinensischer Stimmen unter dem Vorwand der Antisemitismusbekämpfung kaum zum Frieden im Nahen Osten beitrage. Unterstützer des Festivals heben dessen Bemühungen hervor, vielfältige Standpunkte einzubeziehen – doch die Debatte überlagert inzwischen die künstlerischen Ziele der Veranstaltung.

Die BDS-Bewegung selbst bleibt ein polarisierendes Thema: Während Österreich ihre Symbole 2021 auf Basis einer Verordnung aus dem Jahr 1967 verbot, hat kein anderes Land eine offizielle Position bezogen. Die Diskussion in Osnabrück spiegelt die größeren Spannungen wider, wie kulturelle Veranstaltungen mit politischen Konflikten umgehen sollen.

Das EMAF wird Al-Sharifs Film wie geplant zeigen, doch die Folgen der Kontroverse haben das Ansehen des Festivals bereits verändert. Die Distanzierung der Stadt Osnabrück und die klare Haltung der Landesregierung gegen Antisemitismus zeigen, wie tief die Gräben in der Debatte um künstlerische Freiheit und politische Botschaften sind. Wie das Festival diese Herausforderungen meistert, wird nun unter verstärkter öffentlicher Beobachtung stehen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle