Ermittlungen gegen "Achse des Guten" wegen NS-naher Parole "Alles für Deutschland"
Matteo WolfErmittlungen gegen "Achse des Guten" wegen NS-naher Parole "Alles für Deutschland"
Deutsche Behörden ermitteln gegen das konservative Blog Achse des Guten wegen eines Artikels, in dem der Slogan "Alles für Deutschland" in einem historischen Kontext erwähnt wird. Die Untersuchungen folgen jüngsten Gerichtsurteilen, die die Verwendung dieser Parole aufgrund ihrer Verbindungen zur NS-Propaganda eingeschränkt haben. Der Fall wurde nach einer ersten Meldung an eine Hassrede-Meldestelle an die Staatsanwaltschaft Augsburg weitergeleitet.
Die Ermittlungen begannen, nachdem eine unbekannte Person einen Artikel vom Mai 2024 bei Hessen Gegen Hetze gemeldet hatte, einer Stelle zur Meldung illegaler Online-Inhalte, die mit dem Bundeskriminalamt (BKA) verbunden ist. In dem Beitrag wurde darauf hingewiesen, dass die SPD den Slogan "Alles für Deutschland" während der Weimarer Republik genutzt hatte. Das BKA leitete den Fall daraufhin an das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) weiter, das nun die Untersuchungen führt.
Die Redaktion des Blogs gibt an, bisher nur vage offizielle Rückmeldungen erhalten zu haben, aus denen lediglich hervorgehe, dass ein Verfahren läuft. Man berufen sich auf gesetzliche Ausnahmen für die historische Berichterstattung. Nach deutschem Recht ist die Verwendung verbotener Symbole dann zulässig, wenn sie der Aufklärung über vergangene Ereignisse dient.
Die kritische Prüfung des Slogans verschärfte sich 2024, nachdem der AfD-Politiker Björn Höcke zweimal wegen der Verwendung von "Alles für Deutschland" in Reden zu Geldstrafen verurteilt worden war. Gerichte urteilten, die Parole stehe zu sehr in Verbindung mit der SA, dem paramilitärischen Arm der NSDAP. Dieser juristische Präzedenzfall führte zu weiteren Einschränkungen bei der Verwendung historisch-politischer Bezüge in der modernen Politik.
Achse des Guten, 2004 vom ehemaligen Der-Spiegel-Journalisten Henryk M. Broder und dem Ex-Stern-Reporter Dirk Maxeiner gegründet, bezeichnet sich selbst als liberal-konservative Plattform.
Die Staatsanwaltschaft Augsburg wird nun prüfen, ob die Verwendung des Slogans durch das Blog gegen deutsches Recht verstößt. Das Ergebnis könnte weitere Grenzen setzen, wie historische Parolen mit extremistischem Hintergrund in den Medien zitiert werden dürfen. Die Behörden haben bisher weder mögliche Anklagepunkte noch einen Zeitrahmen für die Ermittlungen genannt.






