Europas Luftfahrt übertrifft SAF-Ziele 2025 – doch synthetische Kraftstoffe werden zur Hürde
Ella WagnerEuropas Luftfahrt übertrifft SAF-Ziele 2025 – doch synthetische Kraftstoffe werden zur Hürde
Europas Vorstoß für eine umweltfreundlichere Luftfahrt macht stetige Fortschritte. Bis 2024 hatte der Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) an vielen Flughäfen bereits die Marke von 2 % des Gesamtkraftstoffs erreicht oder überschritten – und liegt damit deutlich vor dem EU-Ziel für 2025. Dennoch bleiben Herausforderungen, da in den kommenden Jahren strengere Vorgaben für synthetische Kraftstoffe in Kraft treten.
Die EU-Verordnung ReFuelEU Aviation setzt klare Maßstäbe für nachhaltige Flugkraftstoffe. Ab 2025 müssen mindestens 2 % des Flugbenzins an europäischen Flughäfen aus nachhaltigen Quellen stammen, bis 2030 steigt dieser Anteil auf 6 %. Daten aus dem Jahr 2024 zeigen, dass die Nutzung bereits bei 2 % oder mehr liegt – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 0,6 % im Jahr 2023.
Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), bestätigte, dass Europa auf Kurs ist, das Ziel für 2025 zu erreichen oder sogar zu übertreffen. Ein hochrangiger EU-Beamter äußerte sich ähnlich und erklärte, die 2 %-Marke sei voraussichtlich früher als geplant überschritten worden. Beide betonten die Bedeutung der Beibehaltung der bestehenden Vorgaben.
Doch die nächste Phase bringt strengere Anforderungen mit sich. Ab 2030 müssen 1,2 % des Kraftstoffs synthetisches SAF (eSAF) sein, bis 2035 steigt dieser Anteil auf 5 %. Die Vereinigung Airlines for Europe (A4E) hat Bedenken geäußert und argumentiert, dass begrenzte Verfügbarkeit und hohe Produktionskosten die Einhaltung erschweren könnten. Die Organisation fordert eine Reduzierung der eSAF-Verpflichtung.
Die Europäische Kommission hat eine Abschwächung der Vorgaben ausgeschlossen. Zwar räumt sie ein, dass die Kosten eine Hürde darstellen, doch die Ziele blieben unverändert. Nun liegt der Fokus darauf, eSAF zugänglicher zu machen, ohne die Regulierungen zu lockern.
Europas Luftfahrtbranche hat bei der Nutzung nachhaltiger Kraftstoffe früh Fortschritte erzielt – die Zahlen für 2024 erfüllen bereits die Vorgaben für 2025. Doch der Umstieg auf synthetische Kraftstoffe bringt neue Herausforderungen mit sich, da die Airlines mit Kosten- und Versorgungsengpässen kämpfen. Die Regulierungsbehörden bleiben bei den Vorgaben hart, sodass sich die Branche in den kommenden Jahren auf strengere Regeln einstellen muss.






