24 March 2026, 10:06

F126-Programm der Marine: 10-Milliarden-Krise mit Verzögerungen und neuen Strategien

Plakat mit schwarzer Schrift "Die erste Verteidigungslinie braucht Sie - Treten Sie der Marine bei" auf einem weißen Hintergrund, umrandet von einem marineblauen Rand, mit einer Silhouette eines Marine-Schiffs im Hintergrund.

F126-Programm der Marine: 10-Milliarden-Krise mit Verzögerungen und neuen Strategien

Verzögerungen und strategische Anpassungen: Das 10-Milliarden-Euro-Fregattenprogramm F126 der Deutschen Marine steckt in der Krise

Das Fregattenprogramm F126 der Deutschen Marine mit einem Volumen von rund 10 Milliarden Euro für sechs Schiffe sieht sich mit Verzögerungen und strategischen Kurskorrekturen konfrontiert. Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat sich als aussichtsreicher Kandidat für die Übernahme der Federführung durchgesetzt – eine endgültige Entscheidung wird bis Ende April erwartet. Unterdessen schwanken die Aktienkurse der am Projekt beteiligten Rüstungsunternehmen angesichts der anhaltenden Unsicherheit.

Ursprünglich für 2028 geplant, droht die Auslieferung der F126-Fregatten nun auf 2031 bis 2032 zu rutschen. Probleme mit dem niederländischen Partner Damen Naval sowie bei der Software-Integration zwingen die Marine zu Übergangslösungen. Um die Einsatzbereitschaft im Nordatlantik aufrechtzuerhalten, sollen vier MEKO-A-200-DEU-Fregatten bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) bestellt werden, deren Auslieferung ab Ende 2029 beginnen soll.

Die Verzögerungen haben eine Neubewertung der Beschaffungsstrategie ausgelöst. Eine mögliche Führungsrolle von Rheinmetall im F126-Programm könnte die Produktion beschleunigen, während kleinere, schneller zu bauende Alternativen die Fähigkeiten der Marine kurzfristig stärken könnten. Dieser Strategiewechsel steht im Kontrast zu früheren Fregattenprojekten, bei denen geringere Rückschläge keine Übergangslösungen erforderten.

Die Märkte reagieren gespalten: Trotz Rekordumsätzen von 1,37 Milliarden Euro und einer Verdopplung des Nettogewinns auf 101 Millionen Euro im Jahr 2025 verlor RENK drei Prozent an Börsenwert. TKMS, ein weiterer zentraler Akteur, verzeichnete einen noch deutlicherem Rückgang von fast sieben Prozent. Dennoch bleibt die Prognose für RENK im Jahr 2026 optimistisch: Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Zudem kündigte es eine 38-prozentige Dividendenerhöhung auf 0,58 Euro pro Aktie an, auszahlbar ab dem 11. Juni 2026.

Eine finale Vertragsvergabe für das F126-Programm könnte bereits in diesem Sommer erfolgen. Bis dahin wird die anstehende Entscheidung die Marktstimmung prägen – der nächste Quartalsbericht ist für den 6. Mai 2026 geplant.

Die Zukunft des F126-Programms hängt maßgeblich von der bevorstehenden Auftragsvergabe durch das Verteidigungsministerium ab. Sollte Rheinmetall die Führung übernehmen, könnten sich die Produktionszeiten verkürzen und die strategische Flexibilität zunehmen. Die Übergangs-Fregatten vom Typ MEKO A-200 werden die Lücke überbrücken und sicherstellen, dass die Marine trotz steigender Kosten und Verzögerungen ihre Nordatlantik-Fähigkeiten behält.

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