Gaskraftwerk in Ingelheimer Aue löst Proteste und Planungsstopp aus
Pläne für ein neues Gaskraftwerk auf der Ingelheimer Aue stoßen auf heftigen Widerstand
Der Bau eines gasbefeuerten Kraftwerks auf dem Überschwemmungsgebiet der Ingelheimer Aue hat scharfe Kritik ausgelöst. Ein Bündnis aus Umweltschutzorganisationen verurteilt das Vorhaben als unvereinbar mit den Klimazielen der Stadt Mainz. Der Streit hat bereits zur Absage einer für den 7. Mai geplanten öffentlichen Anhörung geführt.
Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen die 44-Millionen-Euro-Anlage errichten, doch beim Strukturdirektion Süd (SGD Süd) gingen innerhalb kurzer Zeit zehn formelle Einsprüche ein. Kritiker wie Maren Goschke vom BUND Mainz argumentieren, die Investition binde die Region für Jahrzehnte an veraltete Technologie. Zudem stamme die letzte Umweltverträglichkeitsprüfung für das Gelände aus dem Jahr 2005 – veraltete Daten würden so zur Grundlage des Projekts.
Die SGD Süd sagte die Anhörung am 7. Mai ab, nachdem sie die Einwände als „hinreichend begründet und konkret“ eingestuft hatte. Die Initiativen fordern nun Gespräche mit der Behörde und KMW, um klimaneutrale Alternativen zu prüfen. Sie verweisen auf Batteriespeicher als erprobte und kostengünstige Lösung: Die Produktionskosten für Batteriesysteme seien in den letzten 15 Jahren von 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf nur noch 90 Euro gesunken.
Anders als Gaskraftwerke, die ständig mit Brennstoff versorgt werden müssen, könnten Batterien jahrelang mit minimalem Wartungsaufwand betrieben werden. Das Bündnis wirft dem Projekt vor, das Ziel der Klimaneutralität Mainzer bis 2035 zu untergraben, und plädiert für eine Wende hin zu nachhaltiger Energieinfrastruktur.
Die abgesagte Anhörung bedeutet einen Rückschlag für die Pläne von KMW, da die Behörde nun die Einwände prüft. Umweltschützer drängen weiterhin auf Diskussionen über saubere Alternativen und betonen, dass die Batterietechnologie einen gangbaren Weg in die Zukunft biete. Die Entscheidung wird zeigen, ob das Gaskraftwerk realisiert wird – oder ob Mainz eine andere Energiestrategie verfolgt.






