Gleichstellungsbeauftragte kämpfen gegen wachsende Feindseligkeit und Vandalismus in Deutschland
Greta SchneiderGleichstellungsbeauftragte kämpfen gegen wachsende Feindseligkeit und Vandalismus in Deutschland
Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland sehen sich wachsender Feindseligkeit ausgesetzt
In Deutschland nehmen antifeministische Angriffe zu, und Gleichstellungsbeauftragte geraten zunehmend unter Druck. Auf einem jüngsten Kongress in Lübeck trafen sich 70 Beauftragte, um über das Problem zu beraten – mit steigenden Meldungen von Vandalismus, Drohungen und Kürzungen bei den Haushaltsmitteln. Die Vorfälle sind kein Einzelfall, sondern Teil einer breiteren politischen Bewegung gegen Gleichstellungspolitik.
Gleichzeitig tauchen in vielen Städten Deutschlands leuchtend orangefarbene Bänke auf – Symbole der UN-Kampagne gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Doch selbst diese Installationen werden zum Ziel: In Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler gab es bereits Fälle von Vandalismus.
Der BAG-Kongress in Lübeck stand unter dem Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ und spiegelte die Herausforderungen wider, vor denen Gleichstellungsbeauftragte heute stehen. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen Strategien gegen den Widerstand, Vernetzung und der Aufbau von Bündnissen, um dem Trend entgegenzuwirken. Daten der Meldestelle Antifeminismus zeigen das Ausmaß des Problems: Allein 2024 wurden 558 Vorfälle registriert – im Schnitt zehn pro Woche.
Rund 63 Prozent der Gleichstellungsbeauftragten berichteten von antifeministischen Angriffen, 40 Prozent hatten in den vergangenen zwei Jahren sogar mit mehreren Vorfällen zu kämpfen. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg schilderte, wie nach einem öffentlichen Statement zu einem umstrittenen Thema Rechtsextreme vor ihrer Haustür aufgetaucht seien. Der Deutsche Frauenrat warnt, dass Antifeminismus längst kein Randphänomen der extremen Rechten mehr sei, sondern in der Breite an Zuspruch gewinne.
Die Angriffe nehmen verschiedene Formen an – von Vandalismus und offener Feindseligkeit bis hin zu Haushaltskürzungen und entzogenem Rückhalt. Selbst symbolische Gesten wie die orangefarbenen UN-Bänke bleiben nicht verschont. Die Bänke, Teil der Kampagne „Orange the World“, wurden in mehreren Städten beschädigt, darunter Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler.
Hinter vielen dieser Vorfälle steht Antifeminismus als organisierte politische Bewegung, die sich gegen sexuelle Selbstbestimmung und Vielfalt richtet. Gleichstellungsbeauftragte finden sich zunehmend an vorderster Front wieder – zwischen institutionellem Widerstand und direkten Bedrohungen.
Angesichts der Zunahme antifeministischer Vorfälle sind die Beauftragten gezwungen, sich anzupassen. Vernetzung und kollektives Handeln werden immer wichtiger. Die 558 dokumentierten Fälle im Jahr 2024 unterstreichen die Dringlichkeit der Lage. Gleichzeitig zeigt die Beschädigung symbolträchtiger Installationen wie der orangefarbenen Bänke ein breiteres Muster des Widerstands gegen Gleichstellungsinitiativen in ganz Deutschland.






