10 June 2026, 22:05

Grüne fragen nach Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und Rechtsextremismus

"Totalitarische Tendenzen": Konservative Christen verteidigen sich gegen Grünen-Anfrage

Grüne fragen nach Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und Rechtsextremismus

Die Grünen in Deutschland haben eine Kleine Anfrage im Bundestag zu mutmaßlichen Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und rechtsextremen Strömungen eingereicht. Der Antrag mit dem Titel „Mögliche Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und Rechtsextremismus in Deutschland“ zielt darauf ab, von der Bundesregierung detaillierte Antworten über Ausmaß und Gefahrenpotenzial solcher Gruppen zu erhalten.

In der Anfrage werden mehrere Personen und Organisationen namentlich genannt, die unter Beobachtung stehen. Dazu gehört eine Sekte aus Pforzheim, die vom Verfassungsschutz überwacht wird, sowie bekannte Vertreter der konservativen Freikirchen-Bewegung in Deutschland. Zudem werden Gruppen wie die Alliance Defending Freedom International (ADF) und der Bundesverband Lebensrecht (Bundesverband für das Recht auf Leben), der jährlich den Marsch für das Leben organisiert, aufgeführt.

Die Grünen fordern Aufklärung über die Erkenntnisse der Regierung zur Struktur und Bedrohung durch diese Milieus. Sie fragen, ob es strafrechtliche Ermittlungen gegen christliche Fundamentalisten gibt, und verlangen Informationen zur Radikalisierung junger Menschen durch rechtsextreme Influencer in diesen Kreisen. Zudem hinterfragt die Partei, welche Maßnahmen die Regierung ergreift, um digitale Inhalte mit christlich motiviertem Extremismus zu löschen.

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Leonard Jäger, einer der genannten Personen, kritisierte die Anfrage scharf. Er wirft den Grünen vor, damit christlich-konservative Positionen moralisch diskreditieren zu wollen, und meint, viele westliche Christen seien inzwischen zu passiv geworden.

Die Anfrage erfolgt vor dem Hintergrund einer verstärkten medialen Aufmerksamkeit für konservative Christen, nachdem Sender wie ARD und ZDF Dokumentationen mit kritischer Darstellung ausgestrahlt hatten. Nun wartet die Partei auf die Antwort der Bundesregierung auf ihre detaillierten Fragen. Die Debatte zeigt, wie stark die vermuteten Überschneidungen zwischen religiösem Konservatismus und politischem Extremismus in Deutschland derzeit unter die Lupe genommen werden.

Quelle