14 April 2026, 00:12

Julian Reichelt wehrt sich gegen Vorwürfe – ARD-Bericht bleibt zensiert

Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift 'Weitpreubliche Zeitung', die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Umgebung zeigt.

Julian Reichelt wehrt sich gegen Vorwürfe – ARD-Bericht bleibt zensiert

Der Rechtsstreit um die Vorwürfe gegen den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt hat eine neue Wendung genommen. Ein 2023 von ARDs Reschke Fernsehen ausgestrahlter, später zensierter Bericht warf ihm vor, Frauen – darunter auch Untergebene – zu sexuellen Beziehungen gedrängt zu haben. Reichelt weist die Anschuldigungen entschlossen zurück und bezeichnet sich selbst als Opfer einer politischen Hetzkampagne.

Die Affäre begann 2022, als Der Spiegel erstmals über mutmaßliches Fehlverhalten Reichelts berichtete. Ein Jahr später legte Reschke Fernsehen eine detaillierte Untersuchung vor, in der ihm vorgeworfen wurde, seine Position ausgenutzt zu haben, um Frauen zu Beziehungen zu nötigen. Eine Zeugin behauptete insbesondere, er habe sie zu einer sexuellen Beziehung gedrängt – ein Vorwurf, der nun im Mittelpunkt des Verfahrens steht.

Reichelt reagierte umgehend und erwirkte eine einstweilige Verfügung, die ARD zwang, zentrale Passagen der Sendung zu entfernen. Der zensierte Bericht wurde später vollständig aus der ARD-Mediathek genommen. Unterdessen treibt der für die Produktion verantwortliche Sender NDR nun ein vollständiges Gerichtsverfahren voran, um die gelöschten Inhalte wiederherzustellen.

Der Fall könnte für Axel Springer, Reichelts ehemaligen Arbeitgeber, zum Problem werden. Mehrere Frauen, die sich äußerten, hätten berufsbedingte Konsequenzen erlebt, was Fragen zur Unternehmenskultur aufwirft. Da NDR plant, Zeugen zu laden – darunter auch die Frau, deren Aussagen im Zentrum der Vorwürfe stehen –, könnten die Verhandlungen eine öffentliche Aufarbeitung erzwingen.

Das deutsche Justizsystem ist jedoch bekannt für seine Langsamkeit, besonders in presserechtlichen Auseinandersetzungen. Die seit 2022 schwelende Affäre zieht sich bereits seit Jahren hin, ohne dass eine Lösung in Sicht wäre.

Der juristische Streit wird sich weiter hinziehen, da NDR die Zensur seiner Berichterstattung anfechten will. Sollten Zeugen aussagen, könnten ihre Schilderungen Reichelts Verhalten und den Umgang Axel Springers mit dem Fall noch stärker in den Fokus rücken. Bis dahin bleibt die zensierte Sendung unzugänglich – und zentrale Details der Vorwürfe der Öffentlichkeit vorenthalten.

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