Kostenloses Open-Source-Tool WattAdvisor optimiert Energieplanung für Unternehmen und Kommunen
Greta SchneiderKostenloses Open-Source-Tool WattAdvisor optimiert Energieplanung für Unternehmen und Kommunen
Energieplanung wird für Unternehmen und Kommunen immer komplexer. Steigende Kosten, schwankende Preise und der Druck zur Dekarbonisierung erfordern intelligentere Lösungen. Ein neues Open-Source-Tool namens WattAdvisor soll diese Herausforderungen vereinfachen, indem es Energiesysteme hinsichtlich Kosten und Effizienz optimiert.
Entwickelt vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB-AST), ist WattAdvisor ein auf Python basierendes Werkzeug, das wirtschaftliche Chancen im Energiemanagement bewertet. Es berechnet Investitions- und Betriebskosten sowie Energiebilanzen, um bei der Planung sektorübergreifender Versorgungssysteme zu unterstützen. Die kostenlose Version unterstützt Komponenten wie Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK), Dach- und Freiflächen-Photovoltaik sowie Wärmepumpen.
Das Tool steht unter der Eclipse Distribution License v1.0 zur Verfügung, der Quellcode ist auf GitHub hosted, und weitere Projektdetails finden sich auf Eclipse.org. Das Fraunhofer IOSB-AST bietet zudem Unterstützung für individuelle Anpassungen an, um Flexibilität für verschiedene Nutzer zu gewährleisten. Ein frühes Pilotunternehmen, die HVW Holzverarbeitung GmbH, berichtete nach der Nutzung von WattAdvisor von möglichen Energieeinsparungen von über 30 Prozent.
Prof. Peter Bretschneider, Direktor und Leiter des Bereichs Kognitive Energiesysteme am Fraunhofer IOSB-AST, betont die Bedeutung einer gemeinschaftlichen Weiterentwicklung. Sein Ziel ist es, WattAdvisor im Rahmen eines größeren Vorhabens zu verfeinern – dem Aufbau einer dekarbonisierten, voll-elektrischen Gesellschaft. Trotz der Veröffentlichung haben bisher jedoch keine weiteren Unternehmen oder Kommunen öffentlich dokumentierte Einsparungen oder Optimierungen mit dem Tool vorgelegt.
WattAdvisor bietet eine kostenlose Open-Source-Alternative für Betriebe und Versorger, die vor Herausforderungen im Energiemanagement stehen. Die Fähigkeit, Kosten und Effizienz zu modellieren, könnte Nutzern helfen, sich an veränderte Anforderungen anzupassen – etwa an Photovoltaik-Eigenversorgung, Energiespeicherung oder E-Mobilität. Die zukünftige Wirkung des Tools hängt jedoch von einer breiteren Nutzung und praktischen Erprobung ab.






