Kulturschaffende kämpfen um Berlins kreative Zukunft vor der Wahl
Eine neue Kampagne rückt Kultur in den Mittelpunkt der Berliner Wahldebatte. Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Aktionswoche gestartet, um vor der anstehenden Wahl Druck auf die Politik auszuüben. Ihr Slogan „#deinstimmefürkultur“ wird in den kommenden Tagen in der ganzen Stadt zu sehen sein.
Die Initiative vereint prominente Stimmen der Berliner Kulturszene. Oliver Reese, künstlerischer Leiter des Berliner Ensembles, kritisierte die jüngsten Kürzungen im Kulturbereich als schweren Fehler. Zudem warnte er vor der drohenden Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße – ein Ort, der für viele Künstler*innen unverzichtbar ist.
Weitere Akteure unterstützten den Aufruf zum Umdenken. Gabi Dan Droste, Direktorin des FELD Theaters, verglich die prekäre Lage der Theater mit dem Mythos von Ikarus, der der Sonne zu nah kam. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, wies darauf hin, dass Werkstätten bald Miete an die Stiftung Oper in Berlin zahlen müssten – eine zusätzliche finanzielle Belastung.
Die Kampagne stellt klare politische Forderungen. In der „Berliner Erklärung“ wird der Senat aufgefordert, mindestens drei Prozent des Haushalts für Kultur bereitzustellen. Zudem werden stabile Förderstrukturen gefordert, um Einrichtungen langfristig zu sichern. Bei der Auftaktveranstaltung waren Katharina Marg von der Linken sowie die grünen Spitzenkandidatinnen Ronja Losert und Bertram von Boxberg* anwesend.
Um die Kandidatinnen in die Pflicht zu nehmen, haben Kultureinrichtungen „Wahl-Lackmustests“ entwickelt. Dazu gehören etwa die Selbstverpflichtung „Kunstbildung stärken!“* Das Ziel: Kultur soll für die nächste Regierung Priorität behalten.
Die Aktionswoche soll Kultur zu einem entscheidenden Wahlkampfthema machen. Künstlerinnen und Aktivistinnen mobilisieren, um bessere Förderung und Anerkennung durchzusetzen. Ihr Einsatz könnte die Zukunft der lebendigen Berliner Kulturlandschaft prägen.






