Lasse Stolley lebt seit drei Jahren im ICE – sein Zuhause ist die erste Klasse
Tim LangLasse Stolley lebt seit drei Jahren im ICE – sein Zuhause ist die erste Klasse
Seit über drei Jahren sind die Züge Deutschlands Lasse Stolleys Zuhause. Der 30-Jährige lebt aus dem Rucksack, wäscht seine Kleidung in den Waschbecken der DB-Lounges und übernachtet in einem Erste-Klasse-Abteil der ICE-Züge. Mittlerweile arbeitet er in Vollzeit als Zugbegleiter bei TRI Train Rental und verdient knapp 3.400 Euro im Monat.
Stolleys ungewöhnlicher Lebensstil begann mit einer BahnCard 100, die ihm Reisen von bis zu 1.000 Kilometern pro Tag ermöglicht. Sein Arbeitgeber übernimmt die Hälfte der Kosten für den Fahrpass – und macht so sein Nomadendasein erst möglich. Sein Job führt ihn quer durch Deutschland, ohne festen Wohnsitz, nur mit einem ständig wechselnden Einsatzplan in verschiedenen Städten.
Trotz der ständigen Bewegung hat Stolley auf unerwartete Weise Stabilität gefunden. Seine aktuelle Freundin lernte er in einer DB-Lounge kennen – ein Beweis dafür, dass selbst ein Leben auf Schienen persönliche Verbindungen zulässt. Seine Reisen führten ihn weit über Deutschland hinaus, bis nach Transnistrien und Istanbul.
Jede Nacht bezieht er sein Erste-Klasse-Abteil in einem ICE. Seine Habseligkeiten bleiben im Rucksack gepackt, die Wäsche wird in den Lounges erledigt. Die Routine mag ungewöhnlich wirken, doch für Stolley ist sie schlicht Alltag.
Sein Job als Zugbegleiter hält ihn in Bewegung, während ihn die BahnCard 100 davon abhält, lange an einem Ort zu bleiben. Die Unterstützung seines Arbeitgebers macht diesen Lebensstil bezahlbar, und sein Erste-Klasse-Schlafabteil dient zugleich als Schlafzimmer und Zuhause. Fürs Erste bleiben die Schienen seine feste Adresse.






