Luftfahrtbranche kämpft mit Rekordkosten und schwacher Nachfrage nach der Pandemie
Tim LangLuftfahrtbranche kämpft mit Rekordkosten und schwacher Nachfrage nach der Pandemie
Die Luftfahrtbranche steht unter massivem Druck, da die Treibstoffkosten explodieren, die Steuern steigen und die Passagierzahlen weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie liegen. Allein die Lufthansa muss wegen der stark gestiegenen Kerosinpreise mit zusätzlichen Belastungen von 1,7 Milliarden Euro rechnen, während die jüngsten Steuererhöhungen in Deutschland die ohnehin schon von schwachem Wirtschaftswachstum geplagten Airlines weiter unter Druck setzen.
Die Krise hat bereits dazu geführt, dass Spirit Airlines nach 62 Jahren den Betrieb einstellen musste – nun hängen tausende Arbeitsplätze in der Branche in der Schwebe.
Die Kerosinpreise haben sich seit Dezember 2022 mehr als verdoppelt und machen mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten der Fluggesellschaften aus. Dieser drastische Anstieg trifft die Unternehmen hart: Die Lufthansa warnt vor einer zusätzlichen Belastung von 1,7 Milliarden Euro. Verschärft wurde die Situation im Mai 2024, als Deutschland die Luftverkehrsteuer (LuftVSt) um 19,4 Prozent erhöhte – eine weitere Kostenlast für die bereits angeschlagenen Airlines.
Ein Symbol für die Krise der Branche war der Zusammenbruch von Spirit Airlines im Mai 2023: Nach sechs Jahrzehnten musste die Fluggesellschaft ihren Betrieb einstellen, da sie dem finanziellen Druck nicht mehr standhielt. Trotz einer gewissen Erholung fertigten deutsche Flughäfen 2025 mit 219,8 Millionen Passagieren noch immer 12,4 Prozent weniger ab als im Rekordjahr 2019.
Als Reaktion hat die Bundesregierung vorgeschlagen, die Luftverkehrsteuer um 16,1 Prozent zu senken – eine faktische Rücknahme der Erhöhung von 2024. Die AfD fordert jedoch eine vollständige Abschaffung der Steuer bis zum 1. Dezember 2024. Gleichzeitig könnte die für Juni geplante Nationale Luftfahrtstrategie Deutschlands Wettbewerbsposition in der Branche kaum sichern.
Die Kombination aus hohen Treibstoffkosten, unberechenbarer Steuerpolitik und schwacher Nachfrage gefährdet derzeit rund 10.000 Arbeitsplätze in der Luftfahrt.
Die Fluggesellschaften stecken in der Zwickmühle: Zwischen steigenden Spritpreisen, wechselnden Steuerregelungen und einer zögerlichen Erholung der Passagierzahlen bietet der vorgeschlagene Steuernachlass zwar etwas Entlastung, doch die Zukunft der Branche bleibt ungewiss. Mit tausenden Jobs auf dem Spiel und Pleiten wie bei Spirit Airlines steht der Sektor vor einem langen Weg zurück zur Stabilität.






