Lyten plant Batteriezellenfabrik in Heide – Expansion nach Northvolt-Übernahme
Ella WagnerLyten plant Batteriere restart in Heide mit spezieller Technologie - Lyten plant Batteriezellenfabrik in Heide – Expansion nach Northvolt-Übernahme
Der US-Energiekonzern Lyten plant seine Expansion in Norddeutschland mit dem Bau einer Batteriezellenfabrik, eines Rechenzentrums und einer Energiespeicheranlage in der Nähe von Heide. Der Schritt folgt auf die jüngste Übernahme der insolventen schwedischen Aktivitäten von Northvolt für knapp 5 Milliarden Dollar. Lokale Vertreter und Branchenführer führen derzeit Gespräche, um die Zukunft des Projekts zu sichern.
Lyten hat den Kauf der wichtigsten Northvolt-Standorte in Schweden abgeschlossen, darunter das Hauptproduktionswerk in Skellefteå und ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Västerås. Der Deal im Wert von rund 4,2 Milliarden Euro ermöglicht es dem Unternehmen, seine Lithium-Schwefel-Batterietechnologie im großen Maßstab auszubauen. Diese Alternative zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien kommt ohne Kobalt und Nickel aus, benötigt jedoch mehr Lithium pro Kilowattstunde und hält derzeit weniger Ladezyklen stand.
Verhandlungen mit der deutschen Bundesregierung, der staatseigenen KfW-Bank und den Landesbehörden Schleswig-Holsteins über die deutsche Northvolt-Tochter laufen bereits. Bei einer Einigung könnte der Bau der Anlage in Heide bereits 2027 beginnen. Das Projekt zielt auf Nischenmärkte ab, in denen hohe Energiedichte und Platzersparnis entscheidend sind – etwa in der Luftfahrt oder im Spezialtransport.
Um den langfristigen Erfolg zu sichern, plant Lyten die Einrichtung eines Investitionsbeirats mit allen wichtigen Beteiligten. Zudem soll ein lokaler Vertreter in Heide benannt werden, um die Unterstützung der Gemeinschaft zu stärken und die Erwartungen an den kleineren, spezialisierteren Umfang des Projekts zu steuern. Das Unternehmen hält über 550 Patente im Bereich Lithium-Schwefel- und 3D-Graphen-Materialien und will die Produktion durch die Zusammenarbeit seiner US-amerikanischen und schwedischen Teams hochfahren.
Die geplante Anlage wäre Lytens erster großer europäischer Produktionsstandort und soll Batterien für Anwendungen mit extrem hoher Reichweite herstellen. Zwar bietet die Technologie Vorteile bei Gewicht und Energiedichte, doch hängt ihre wirtschaftliche Machbarkeit davon ab, aktuelle Grenzen in Haltbarkeit und Ressourcenverbrauch zu überwinden. Die endgültigen Genehmigungen und Finanzierungsvereinbarungen werden entscheiden, ob das Projekt wie geplant voranschreitet.