29 March 2026, 16:08

Merz fordert Verzögerung des Kohleausstiegs – und löst Energiedebatte aus

Schwarze und weiße Zeichnung von Menschen vor einer Fabrik mit Häusern und Rauch aus Schornsteinen, unten beschriftet mit "Kohlebergbau-Katastrophe in England das Ende"

Merz fordert Verzögerung des Kohleausstiegs – und löst Energiedebatte aus

Bundeskanzler Friedrich Merz hat vorgeschlagen, den deutschen Kohleausstieg zu verschieben, um die Stromversorgung des Landes zu sichern. Sein Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Debatten über die Versorgungssicherheit und das Tempo der Energiewende an Schärfe gewinnen. Die Grünen haben bereits Widerspruch eingelegt und den brandenburgischen Ministerpräsidenten aufgefordert, sich gegen eine Verzögerung des Kohleausstiegs zu stellen.

In der Energiedebatte argumentierte Merz, Deutschland müsse Kohlekraftwerke über die geplanten Abschalttermine hinaus weiterbetreiben. Er warnte vor möglichen Engpässen und betonte, dass Gaskraftwerke schneller gebaut werden müssten. Seine Äußerungen deuten auf eine mögliche Verschiebung des Regierungsfahrplans für das Ende der Kohleverstromung hin.

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Die Grünen reagierten mit einem Appell an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), jede Verzögerung abzulehnen. Sie verwiesen auf die Bedeutung des festgelegten Kohleausstiegs für die Planungssicherheit der Beschäftigten und die laufenden Investitionen in den Strukturwandel. Gleichzeitig baut der große Bergbaukonzern LEAG in Cottbus seine Wind- und Solarprojekte im Rahmen der Energiewende aus.

Seit Beginn des Kohleausstiegs ist die Zahl der Bergbauarbeitsplätze in der Lausitz stark gesunken – von über 8.000 im Jahr 2020 auf voraussichtlich etwa 3.000 bis 2026. Die erneuerbaren Energien wachsen zwar, mit neuen Solar- und Windparks sowie Netzausbau, doch trotz Milliardenförderung aus Bundesmitteln für die wirtschaftliche Umstellung liegt die Arbeitslosigkeit über dem Bundesschnitt, und viele Regionen kämpfen weiterhin mit den Folgen des Wandels.

Die Bundesregierung hat LEAG im Rahmen des Kohleausstiegs bereits rund 1,75 Milliarden Euro als Ausgleichszahlungen zugesichert. Doch Merz' Vorschlag, die Laufzeit der Kohlekraftwerke zu verlängern, wirft Fragen zur Zukunft der Versorgungssicherheit und des gesamten Transformationsplans auf.

Merz' Forderung nach einer Verzögerung des Kohleausstiegs setzt Politiker und Wirtschaft unter Druck. Die Entscheidung könnte sich auf Arbeitsplätze, Investitionen und die gesamte deutsche Energiestrategie auswirken. Während der Ausbau der Erneuerbaren voranschreitet, die Arbeitslosigkeit aber weiter hoch bleibt, ist die Debatte über die Zukunft der Kohle noch lange nicht entschieden.

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