Mietpreise fressen Wohnfläche: In diesen Städten schrumpft der Wohnraum dramatisch
Greta SchneiderMietpreise fressen Wohnfläche: In diesen Städten schrumpft der Wohnraum dramatisch
Mieter in ganz Deutschland erhalten für ihr Geld heute deutlich weniger Wohnfläche als noch vor wenigen Jahren. Eine neue Studie in 80 Großstädten zeigt, dass bezahlbarer Wohnraum in den meisten Städten geschrumpft ist – in einigen Regionen sogar dramatisch.
2022 reichte eine Kaltmiete von 1.000 Euro in Wiesbaden noch für eine durchschnittliche Wohnung mit 91 Quadratmetern. 2024 deckt dasselbe Budget nur noch 82 Quadratmeter ab – ein Verlust von neun Quadratmetern oder 9,9 Prozent. In Berlin ist der Rückgang noch deutlicher: Mieter erhalten heute 16 Quadratmeter weniger als 2022.
Besonders betroffen ist das Ruhrgebiet, allen voran Gelsenkirchen, wo der Verlust sogar 29 Quadratmeter beträgt. Auch Hamburg und Mainz verzeichnen Einbußen von zwölf bzw. neun Quadratmetern. In 60 der 80 untersuchten Städte hat sich die bezahlbare Wohnfläche seit 2020 um mindestens zehn Prozent verringert.
Mehrere Faktoren treiben diese Entwicklung voran. Die seit 2022 gestiegenen Zinsen drängen mehr Menschen auf den Mietmarkt und verschärfen die Konkurrenz um Wohnungen. Im Ruhrgebiet sorgt ein „Nachholeffekt“ dafür, dass selbst kleine Mietsteigerungen zu zweistelligen prozentualen Sprüngen führen. Gleichzeitig führt ein „Überlaufeffekt“ dazu, dass die Nachfrage – und damit die Preise – in benachbarten Städten steigen, weil große Ballungsräume unbezahlbar werden.
Auch höhere Bau- und Instandhaltungskosten haben zum rasanten Anstieg der Mieten beigetragen. Da es kaum Alternativen gibt, bleibt Mietern für dasselbe Budget weniger Wohnfläche.
Die Studie macht ein klares Muster deutlich: In den meisten deutschen Städten erhalten Mieter für ihr Geld heute deutlich weniger Wohnraum. Da keine kurzfristige Entlastung in Sicht ist, wird der Wettbewerb um bezahlbaren Wohnraum voraussichtlich weiter hart bleiben.






