09 June 2026, 16:05

Mitteldeutschland-Anbindung der Bahn: Baubeginn erst 2028 – und ohne Bundesgeld

BSW fordert beschleunigte Erweiterung der Mitte-Deutschland-Verbindung

Mitteldeutschland-Anbindung der Bahn: Baubeginn erst 2028 – und ohne Bundesgeld

Pläne für die Mitteldeutschland-Anbindung der Bahn erleiden erneuten Rückschlag

Der Bau der Mitteldeutschland-Bahnverbindung, der ursprünglich noch in diesem Jahr beginnen sollte, wurde nun bis 2028 verschoben. Das Projekt, das auch die Elektrifizierung einer wichtigen Strecke zwischen Thüringen und Sachsen vorsieht, bleibt vorerst ohne Bundesförderung.

Die BSW-Landtagsfraktion in Thüringen fordert dringendes Handeln für die Realisierung der Mitteldeutschland-Anbindung. Die 517 Kilometer lange Strecke gelte als eine der wichtigsten Bahnverbindungen der Region, betont die Fraktion. Ihr verkehrspolitischer Sprecher, Roberto Kobelt, unterstrich die Notwendigkeit, die Strecke zwischen Weimar, Jena, Gera und Gößnitz so schnell wie möglich zu elektrifizieren. Zudem sind im Rahmen des Vorhabens teilweise zweigleisige Ausbauten geplant.

Die vollständige Elektrifizierung dieses Abschnitts wird voraussichtlich rund 544 Millionen Euro kosten. Nach Fertigstellung würde sie schnellere Fernverkehrsverbindungen von Chemnitz und Dresden über Erfurt in die Rhein-Main-Region und das Ruhrgebiet ermöglichen. Das Bundesverkehrsministerium bestätigte jedoch, dass derzeit keine Haushaltsmittel für das Projekt zur Verfügung stehen.

Durch die Bauverzögerungen wird die vollständige Elektrifizierung frühestens 2032 abgeschlossen sein. Dies ist Teil eines größeren Finanzierungsengpasses: Bis 2029 fehlen noch 2 Milliarden Euro für verschiedene Bahnprojekte. Die BSW setzt sich weiterhin für höhere Bundesinvestitionen ein, um die Modernisierung und Elektrifizierung der Strecke voranzutreiben.

Die Mitteldeutschland-Anbindung bleibt damit in der Schwebe – ohne gesicherte Finanzierung und mit jahrelangen Verzögerungen beim Baubeginn. Würde das Projekt umgesetzt, könnte es die Reisezeiten zwischen Ost- und Westdeutschland deutlich verkürzen. Vorerst hängt die Zukunft der Strecke jedoch davon ab, ob die notwendige finanzielle Unterstützung des Bundes bewilligt wird.

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