05 April 2026, 04:06

Neues Online-Portal enthüllt historische Strategien der rechten Szene seit 1945

Offenes Buch mit handgeschriebener Schrift auf altem Papier, das Wasserzeichen am unteren Rand aufweist, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland.

Neues Online-Portal enthüllt historische Strategien der rechten Szene seit 1945

Ein neues Online-Portal ist gestartet, das kostenlosen Zugang zu historischen Dokumenten über rechtsextreme Strömungen in Deutschland von 1945 bis 2000 bietet. Die Sammlung umfasst Propagandamaterialien, gewaltverherrlichende Rhetorik und Texte, die gezielt junge Menschen anwerben sollten. Über 30 Expertinnen und Experten haben die Quellen analysiert und eingeordnet, um Forscherinnen, Lehrkräften und der Öffentlichkeit Kontext zu bieten.

Zwischen 1945 und 2000 setzten rechtsextreme Gruppen in Deutschland auf verdeckte Methoden, um ihre Ideologie zu verbreiten. Frühere Aktivitäten umfassten illegale Flugblätter, Graffiti-Parolen und kleine Widerstandszellen – etwa antikommunistische Jugendgruppen in der Sowjetischen Besatzungszone der 1950er-Jahre. Ab den 2000er-Jahren eskalierte die Gewalt, etwa durch die rassistischen Morde des neonazistischen "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU), der zwischen 2000 und 2007 Migrantinnen und Migranten ermordete. Hauptzielgruppe waren dabei enttäuschte Jugendliche und Nationalisten.

Nach dem Jahr 2000 änderte sich die Strategie grundlegend. Soziale Medien wurden zum zentralen Instrument, um antieinwanderungsfeindliche Botschaften zu streuen, die Presse als "Lügenpresse" zu diffamieren und Parolen wie "Wir sind das Volk" zu verbreiten. Der Ton reichte von scheinbar moderat bis offen aggressiv – das Ziel war nun gesellschaftliche Einflussnahme statt Geheimhaltung.

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Das neue Portal, herausgegeben von Prof. Dr. Frank Bösch und Prof. Dr. Gideon Botsch, bündelt diese historischen Materialien. Es präsentiert annotierte Dokumente, die zeigen, wie sich rechtsextreme Propaganda über Jahrzehnte entwickelte. Das Projekt soll Bildung und Forschung unterstützen, indem es die Entwicklung extremistischer Taktiken nachzeichnet.

Das Portal ist ab sofort unter https://radikale-rechte.de/ abrufbar. Es ermöglicht den direkten Zugang zu Originalquellen und hilft Nutzerinnen und Nutzern, die Entwicklung rechtsextremer Strategien nachzuvollziehen. Schulen, Forscherinnen und Forscher sowie zivilgesellschaftliche Organisationen können die Materialien nutzen, um die historischen Wurzeln des Extremismus und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft zu untersuchen.

Quelle