Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor drohender Gaskrise im Winter
Ella WagnerOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor drohender Gaskrise im Winter
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat ernste Bedenken zur Energiesicherheit Deutschlands im Hinblick auf den bevorstehenden Winter geäußert. Angesichts gefährlich niedriger Gasreserven und der eskalierenden Spannungen mit dem Iran warnt er, das Land müsse schnell handeln, um eine Versorgungskrise abzuwenden.
Die Gasspeicher in Deutschland sind derzeit nur zu 22 Prozent (55 TWh) gefüllt – deutlich weniger als die 44 Prozent, die im gleichen Zeitraum des Vorjahres verzeichnet wurden. Kaltes Wetter, gelockerte Befüllvorgaben und Marktbedingungen haben zu diesem Defizit beigetragen. Die Bundesregierung unter der Führung von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche setzt auf Flüssiggas-Importe (LNG) und Marktanreize, um die Reserven aufzustocken. Doch Lies betont, dass weitere Maßnahmen erforderlich seien.
Lies drängt auf den Bau eines dritten LNG-Terminals in Wilhelmshaven und hebt hervor, wie entscheidend die Diversifizierung der Bezugsquellen sei – einschließlich norwegischem und niederländischem Gas. Zudem verteidigt er die heimische Förderung in der Nordsee als unverzichtbaren Baustein der Lösung. Gleichzeitig kritisiert er die erneute Debatte über Atomkraft und argumentiert, solche Diskussionen schüfen nur unnötige Verunsicherung bei Bevölkerung und Wirtschaft.
Angesichts stark gestiegener Spritpreise an den Tankstellen fordert Lies die Mineralölkonzerne auf, die hohen Kosten in den Griff zu bekommen. Zugleich ruft er die Bundesregierung dazu auf, alle denkbaren Szenarien zu prüfen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, bevor sich die Lage weiter zuspitzt.
Die Energieversorgung Deutschlands bleibt unter Druck, mit Speicherständen weit unter denen der Vorjahre. Lies' Warnungen unterstreichen die Dringlichkeit des Handelns – vom Ausbau der LNG-Kapazitäten bis zur Stabilisierung der Kraftstoffpreise. Ohne entschlossene Schritte riskiert das Land im Falle sinkender Temperaturen schwere Engpässe.






