Olympia-Debatte in Hamburgs Schulen: Einseitige Materialien sorgen für Streit
Greta SchneiderOlympia-Debatte in Hamburgs Schulen: Einseitige Materialien sorgen für Streit
Hamburgs Senatskoalition treibt Olympia-Debatte in Schulen voran
Die Hamburger Senatskoalition wirbt dafür, die geplante Olympia-Bewerbung der Stadt im Unterricht zu thematisieren. Bereits verschickte Unterrichtsmaterialien, die das Vorhaben unterstützen, stoßen jedoch auf Kritik – sie würden die Diskussion einseitig darstellen. Damit ist die alte Frage nach einer ausgewogenen politischen Bildung erneut entfacht.
Die Innenbehörde hatte pro-Olympia-Materialien an Schulen verteilt, die von der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) geprüft und freigegeben wurden. Oppositionspositionen, etwa der Initiative NOlympia, fehlen darin – obwohl deren Argumente öffentlich auf der Homepage einsehbar sind. Die Schulbehörde rechtfertigt dies damit, dass Schülerinnen und Schüler sich dennoch ein eigenes Urteil bilden könnten.
Anders als 2015 wird es diesmal keine "Es liegt in Deiner Hand"-Tour geben. Stattdessen ist für den 28. April eine Diskussionsveranstaltung im Rathaus geplant, zu der rund 90 Schüler eingeladen sind. Bereits am 17. März hatte der Senat das von NOlympia initiierte Bürgerbegehren anerkannt – damit wird deren Stellungnahme auch im offiziellen Abstimmungsheft erscheinen.
Kritiker, darunter Vertreter von NOlympia, werfen den Materialien vor, gegen den Beutelsbacher Konsens zu verstoßen, der von Lehrkräften verlangt, kontroverse Themen mehrperspektivisch zu behandeln. Nun prüft das Innenministerium, ob NOlympia eigene Unterlagen in Schulen verteilen darf. Ein Wandel gegenüber 2015: Damals waren ihre Positionen wegen noch nicht bestätigter Unterschriften ausgeschlossen worden.
Die Debatte um Hamburgs Olympia-Pläne hat längst die Klassenzimmer erreicht. Während die Schulbehörde betont, dass Schüler kritisch denken lernten, wird die laufende Prüfung des Innenministeriums zeigen, ob gegensätzliche Standpunkte künftig gleichberechtigt Gehör finden. Das Ergebnis könnte maßgeblich prägen, wie politische Themen in Hamburgs Schulen vermittelt werden.






