08 June 2026, 02:04

"POLDI" zeigt Lukas Podolski wie nie zuvor – zwischen Familie und Karriereende

Ein Profi mit persönlichem Touch

"POLDI" zeigt Lukas Podolski wie nie zuvor – zwischen Familie und Karriereende

Ein neuer Netflix-Dokumentarfilm gewährt seltene Einblicke in das Leben von Lukas Podolski, dem ehemaligen Nationalspieler der deutschen Fußballmannschaft.„POLDI“ bricht mit der üblichen Sportfilm-Formel, indem er sich weniger auf die Karriere des Ausnahmespielers konzentriert, sondern vielmehr seine persönlichen Herausforderungen, familiären Bindungen und unternehmerischen Aktivitäten in den Mittelpunkt stellt. Der 90-minütige Film zeigt ein ungeschöntes, ehrliches Porträt eines Mannes, der sich mit dem Ruhestand und der Realität jenseits des Platzes auseinandersetzt.

Der Dokumentarfilm beginnt mit Podolskis eigenem Bekenntnis, dass er Filme bevorzugt, die das Leben von Fußballern abseits des Rasens erkunden – statt ihre sportlichen Erfolge zu feiern. Getreu diesem Credo taucht „POLDI“ tief in seine Herkunft ein: vom Straßenfußball zum Staraufstieg beim 1. FC Köln und in der Nationalmannschaft. Doch der Film vermeidet jede Heldenverehrung und bleibt stattdessen bodennah und authentisch.

Die Familie spielt eine zentrale Rolle in der Erzählung. Eine Szene zeigt seine Mutter, wie sie ihm ein Schnitzel in Margarine brät, während sein Vater sich an den Tag erinnert, an dem Podolski sie mit dem Kauf eines Audi überraschte. Diese Momente unterstreichen seine bescheidenen Wurzeln und die engen Beziehungen, die ihn geprägt haben. Trotz seines Erfolgs offenbart der Film seine tiefe Verbundenheit zum Fußball – so sehr, dass er zugibt, der Sport stehe für ihn selbst vor Ehefrau und Kindern.

Jenseits des Platzes beleuchtet der Dokumentarfilm Podolskis unermüdliche Energie und seinen Unternehmergeist. Sein Lebensmotto „Et kütt, wie et kütt“ („Es wird schon irgendwie werden“) spiegelt seine Haltung wider: immer vorwärts, stets auf der Suche nach der nächsten Chance. Doch hier und da deutet der Film auch tiefere Konflikte an – insbesondere seine Unsicherheit angesichts des Karriereendes. Diese Einblicke bleiben jedoch flüchtig, denn die Erzählung weicht aus, bevor sie sie vollends auslotet.

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Im Kern porträtiert „POLDI“ einen Mann, der viele Rollen vereint: Sohn, Bruder, Ehemann, Vater, Unternehmer und ein Sportler, der sich dem Ende seiner aktiven Laufbahn stellt. Die Stärke des Films liegt darin, dass er Podolskis Leben nicht verklärt, sondern ihn und sein engstes Umfeld selbst zu Wort kommen lässt.

„POLDI“ besticht durch seine erdige Erzählweise und den Fokus auf das Private statt das Professionelle. Der Film hinterlässt ein klareres Bild von Podolskis Leben abseits des Fußballs – von den familiären Banden bis zu seinem Unternehmerdrang. Zwar scheut er mitunter eine vertiefte Auseinandersetzung, doch bleibt er eine erfrischende Perspektive auf den Übergang eines Fußballers in den Ruhestand.

Quelle