23 May 2026, 14:09

Polizeichefin in Niedersachsen wegen Strafvereitelung unter Verdacht

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Polizeichefin in Niedersachsen wegen Strafvereitelung unter Verdacht

Eine Polizeichefin in Niedersachsen steht unter Ermittlung wegen des Verdachts der Strafvereitelung nach einer Anzeige wegen sexueller Belästigung. Nicola Simon, Leiterin des Polizeikommissariats Emsland/Grafschaft Bentheim, wird vorgeworfen, einem Beamten trotz dessen Entfernens von einer Veranstaltung das Weiterfeiern ermöglicht zu haben. Der Fall hat disziplinarische Maßnahmen ausgelöst und wirft erneut Fragen zur Führung des Kommissariats auf.

Der Vorfall ereignete sich bei einem privaten Boßeln-Treffen in Baccum, bei dem ein 37-jähriger Beamter aus Simons Dienststelle nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung des Platzes verwiesen wurde. Statt seine Abreise sicherzustellen, soll Simon eingegriffen und ihm erlaubt haben, zu bleiben. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt nun sowohl gegen den Beamten – wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung – als auch gegen Simon wegen möglicher Strafvereitelung.

Dem beschuldigten Beamten drohen bei einer Verurteilung Geldstrafen oder bis zu zwei Jahre Haft. Simon, die das Kommissariat seit Anfang 2019 leitet, wurde vorläufig vom Dienst suspendiert. Gegen sie laufen zudem Disziplinarverfahren, deren Ausgang von einer Rüge bis hin zur Entlassung aus dem Beamtenverhältnis reichen könnte.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Kommissariat in die Kritik gerät. 2019 hatte Simon noch versprochen, die Behörde solle „hin und wieder ein leuchtendes Vorbild“ sein. Das Kommissariat lehnte nun jede Stellungnahme ab und verwies alle Anfragen an die Polizeidirektion Osnabrück.

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Die Ermittlungen gegen Simon und den Beamten dauern an. Sollte sie schuldig gesprochen werden, könnte Simon ihr Amt verlieren, während dem beschuldigten Beamten eine Gefängnisstrafe droht. Der Fall rückt das Kommissariat erneut in den Fokus von Öffentlichkeit und Justiz.

Quelle