Schwarzwald sucht Dorf für revolutionäres "verstreutes Hotel"-Konzept
Matteo WolfSchwarzwald sucht Dorf für revolutionäres "verstreutes Hotel"-Konzept
Ein einzigartiges Hotelprojekt nimmt im Schwarzwald Gestalt an: Hier suchen Verantwortliche nach einem Dorf, das in ein sogenanntes Albergo Diffuso – ein "verstreutes Hotel" – verwandelt werden soll. Bei diesem Konzept sind die Gästezimmer auf mehrere Gebäude verteilt, während lokale Betriebe im Mittelpunkt stehen. Die Initiative soll ländliche Gemeinden beleben, indem sie Tourismus mit dörflichen Traditionen verbindet.
Hinter dem Vorhaben stehen die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) und die Compass Tourismus Partner eG (co:compass). Gefördert wird es vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg. Die Organisatoren betonen, dass die Unterstützung der Bevölkerung entscheidend sei – ähnlich wie in Italien, wo solche Projekte dank starker Gemeinschaft bereits erfolgreich umgesetzt wurden.
Dass das Modell funktioniert, zeigt die Schweiz mit Beispielen wie Corippo und Grengiols. Ziel ist es, Dorfkerne zu beleben, leerstehende Häuser zu nutzen und die Verbindung zwischen Gästen und Einheimischen zu stärken. Mahlzeiten wie Frühstück oder Abendessen würden in bestehenden Betrieben wie Bäckereien oder Gasthäusern serviert – so bleibt das Geld in der Region.
Interessierte Dörfer müssen über eine Gruppe von Gebäuden verfügen, die höchstens 400 Meter voneinander entfernt liegen. Bewerbungen sind bis zum 30. März möglich; bereits drei Gemeinden haben sich beworben, fünf weitere zeigen großes Interesse. Eine endgültige Entscheidung soll bis Ende April fallen.
Das ausgewählte Dorf darf sich auf eine neue Nutzung leerstehender Immobilien und einen Aufschwung der lokalen Wirtschaft freuen. Durch die Verteilung der Zimmer auf bestehende Gebäude wird auf Großbaustellen verzichtet, während die Einnahmen aus dem Tourismus vor Ort bleiben. Gelingt das Projekt, könnte es zum Vorbild für die ländliche Entwicklung in der Region werden.






