SPD plant kapitalgedecktes Rentensystem mit Bundesrentenfonds für Start-up-Investitionen
Ella WagnerSPD plant kapitalgedecktes Rentensystem mit Bundesrentenfonds für Start-up-Investitionen
Drei Abgeordnete der SPD haben einen Plan vorgelegt, in Deutschland ein kapitalgedecktes Rentensystem einzuführen. Der Vorschlag sieht die Einrichtung eines "Bundesrentenfonds" vor, der in Start-ups und wachsende Unternehmen investieren könnte. Falls das Vorhaben umgesetzt wird, würde es auch privaten Anlegern erleichtern, sich an schnell wachsenden Firmen zu beteiligen.
Der Schritt folgt jüngsten Bundestagsreformen bei der privaten Altersvorsorge und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die SPD ein umfassenderes Reformpaket vorbereitet. Die Abgeordneten wollen die bestehende WIN-Initiative ausbauen und deren Investitionsziel bis 2030 auf 25 Milliarden Euro verdoppeln.
Der neue Plan sieht einen staatlich gestützten Rentenfonds vor, der bis zu fünf Prozent seiner Mittel in Start-ups oder europäische Unternehmen stecken könnte, die sich auf einen Börsengang vorbereiten. Anfangs wäre der Fonds ein freiwilliges Produkt für betriebliche und private Altersvorsorgepläne. Langfristig könnte er jedoch dazu beitragen, die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland mitzufinanzieren.
Um breitere Investitionen zu fördern, schlägt der Vorschlag vor, regulatorische Vorgaben für Versicherer und Pensionsfonds zu lockern. Dadurch könnten diese mehr Geld in Start-ups investieren. Auch privaten Anlegern würde der Zugang zu Wachstumsunternehmen über neue Tranchen in Dachfonds erleichtert.
Der Vorstoß der Abgeordneten steht im Einklang mit früheren Ideen von SPD-Chef Lars Klingbeil, der unter anderem Steuergutschriften für Forschung und Entwicklung gefordert hatte. Die erweiterte WIN-Initiative – ursprünglich mit einem Zielvolumen von 12 Milliarden Euro – strebt nun 25 Milliarden bis 2030 an. Die ersten Investitionen, geleitet von einer öffentlich-privaten Partnerschaft unter Federführung der KfW, sollen Anfang 2026 starten.
Anstehende Veranstaltungen wie die STARTUPLAND Conference in Köln (18. März), der Ecosummit in Berlin (25.–26. März) und die DMEA (21.–24. April) werden den Fortschritt der Initiative beleuchten. Ein erster Investitionsbericht wird in Kürze erwartet und markiert den Beginn der Bemühungen, die Wachstumskapitallücke in Deutschland zu schließen.
Die geplanten Änderungen würden mehr Kapital in Start-ups und schnell wachsende Unternehmen lenken. Der Bundesrentenfonds in Kombination mit gelockerten Anlagevorschriften soll die Beteiligung privater und institutioneller Investoren stärken. Bei Umsetzung würde der Plan die Reichweite und Wirkung der WIN-Initiative bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich erhöhen.






