Tanktourismus boomt: Warum Deutsche in Polen günstiger tanken als zu Hause
Tim LangTanktourismus boomt: Warum Deutsche in Polen günstiger tanken als zu Hause
Deutsche Autofahrer tanken vermehrt in Polen – Spritpreise treiben "Tanktourismus" an
Immer mehr deutsche Autofahrer fahren nach Polen, um dort günstiger zu tanken, während die Spritpreise in der Heimat stark steigen. Seit Ende Februar hat sich der Preisunterschied deutlich vergrößert, sodass immer mehr Pendler im Ausland nach preiswerteren Alternativen suchen. Durch die kürzlich in Polen eingeführten Preisobergrenzen für Benzin und Diesel hat sich die Kluft noch weiter vertieft – ein Grund für den Anstieg des sogenannten "Tanktourismus".
Polen führte die Preisdeckel für Kraftstoffe Ende Februar oder Anfang März 2026 ein, als Reaktion auf die wirtschaftliche Belastung durch den Iran-Konflikt. Nach den neuen Regelungen darf der Preis für Normalbenzin 6,16 Złoty pro Liter (etwa 1,44 Euro) nicht überschreiten, Superbenzin ist auf 6,76 Złoty (1,58 Euro) begrenzt und Diesel auf 7,60 Złoty (1,77 Euro). Vor der Einführung der Deckel lagen die polnischen Preise noch niedriger – zwischen 1,34 und 1,40 Euro pro Liter.
Währenddessen stiegen die Spritpreise in Deutschland im gleichen Zeitraum stark an. Ende Februar 2026 kosteten Super E10 und Diesel noch etwa 1,75 bis 1,78 Euro pro Liter. Bis Anfang April waren die Preise jedoch auf 2,10 bis 2,32 Euro geklettert. Die deutsche Regierung reagierte mit einer Regelung, die Tankstellen auf eine tägliche Preiserhöhung um 12 Uhr mittags beschränkt – ein Versuch, plötzliche Preissprünge zu dämpfen und mehr Transparenz zu schaffen.
Die bevorstehenden Osterfeiertage und die kürzlich verschärften Grenzkontrollen werden voraussichtlich zu weiteren Staus an den Übergängen führen. Dennoch bleibt der Boom des Tanktourismus ein zentraler Faktor: Viele Autofahrer sind bereit, weitere Strecken in Kauf zu nehmen, um bei jedem Tankvorgang deutlich zu sparen.
Die Preisdifferenz zwischen Deutschland und Polen zeigt bisher keine Anzeichen einer Verringerung. Deutsche Pendler werden voraussichtlich weiterhin die Fahrt auf sich nehmen – besonders, solange die Spritkosten im Inland hoch bleiben. Der Grenzverkehr wird vorerst stark bleiben, angetrieben sowohl durch Urlaubsreisen als auch durch die anhaltende Suche nach günstigerem Sprit.






