USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und lösen Sicherheitsdebatte aus
Ella WagnerUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und lösen Sicherheitsdebatte aus
Die USA haben Pläne bekannt gegeben, 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Der Schritt hat Kritik von politischen Führungskräften und Militärfachleuten ausgelöst, die vor übergeordneten Sicherheitsrisiken warnen – über die reine Verlegung der Truppen hinaus.
Im Fokus der Bedenken steht nun ein gekündigtes Verteidigungsabkommen für 2024, das fortschrittliche Waffensysteme wie Marschflugkörper vom Typ Tomahawk und das Hyperschallraketensystem Dark Eagle umfasste.
Die deutsche sozialdemokratische SPD war eine der ersten Parteien, die die Entscheidung scharf verurteilte. Die verteidigungspolitische Sprecherin der SPD, Siemtje Möller, bezeichnete die Drohungen von Präsident Trump als „unberechenbar“ und stufte den Teilabzug der Truppen als „strategisch unbegründet“ ein. Sie forderte europäische Staaten auf, ihre Investitionen in eigene Verteidigungssysteme zu beschleunigen, um mögliche Lücken zu schließen.
Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU, betonte die langfristigen Folgen des Abzugs. Er argumentierte, dass eine Verringerung der US-Truppenpräsenz die jahrzehntelange glaubwürdige Abschreckung gegen Bedrohungen schwäche. Hardt verwies zudem auf die zentrale Bedeutung wichtiger US-Stützpunkte in Deutschland – wie das EUCOM in Stuttgart und die Air Base Ramstein – für die europäische Sicherheit insgesamt.
Der Militärfachmann Carlo Masala äußerte noch drastischere Bedenken. Er warnte, dass die Streichung des 2024er-Abkommens für Tomahawk-Marschflugkörper und Hyperschallwaffen eine gefährliche Fähigkeitslücke entstehe. Ohne diese Systeme, so Masala, könnte Europas Abschreckungspotenzial gegenüber russischer Aggression ernsthaft beeinträchtigt werden.
Sören Pellmann von der Linkspartei die Linke relativierte den Truppenabbau als „viel Lärm um nichts“. Gleichzeitig drängte er die Bundesregierung zum Handeln und wies darauf hin, dass es keinen Übergangsplan für betroffene Beschäftigte gebe. Das Fehlen einer Umstrukturierungsstrategie, so Pellmann, lasse die Arbeitnehmer im Ungewissen, während der Abzug voranschreite.
Der Abzug der US-Truppen hat die Spaltungen in der europäischen Verteidigungspolitik offenbart. Während einige Politiker die Tragweite des Schritts herunterspielen, warnen andere vor langfristigen Sicherheitsrisiken. Die Kündigung der Rüstungsverträge für Hochtechnologie-Waffensysteme erhöht zudem den Druck auf die europäischen Staaten, ihre eigenen militärischen Fähigkeiten auszubauen.






