28 March 2026, 12:07

Vater fährt mit unangeschnalltem Kind auf dem Schoß – und falschem Führerschein

Ein junger Junge in Schwarz-Weiß sitzt im Fahrersitz eines Autos und hält das Lenkrad fest

Vater fährt mit unangeschnalltem Kind auf dem Schoß – und falschem Führerschein

22-Jähriger mit unangeschnalltem Kind auf dem Schoß auf A8 bei Unterhaching gestoppt – Staatsanwaltschaft ermittelt

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Am Freitagnachmittag wurde ein 22-jähriger Mann von der Polizei auf der Autobahn A8 bei Unterhaching angehalten. Sein vierjähriger Sohn saß während der Fahrt ungesichert auf seinem Schoß, während ein Kindersitz unbenutzt im Kofferraum lag. Die Behörden haben inzwischen ein Strafverfahren gegen den Vater und seine Freundin eingeleitet.

Auslöser war eine routinemäßige Kontrolle, bei der die Beamten den BMW anhalten ließen. Der Fahrer, der über keinen gültigen Führerschein verfügte, präsentierte den Polizisten einen gefälschten Ausweis. Sein Sohn, der auf seinem Schoß saß, versuchte in diesem Moment, sich mit einem Feuerzeug eine Zigarette anzuzünden.

Dem Mann drohen nun mehrere Anklagepunkte, darunter Urkundenfälschung, Fahren ohne Führerschein und die mangelnde Sicherung seines Kindes. Auch seine Freundin, die Halterin des Fahrzeugs, wird wegen des Überlassens des Wagens an einen nicht berechtigten Fahrer ermittelt. Das Jugendamt wurde über den Fall informiert.

Der Vorfall unterstreicht die wachsende Sorge um die Kindersicherheit in Autos in Deutschland. Polizeigewerkschaften und Verkehrssicherheitsverbände fordern seit Langem strengere Kontrollen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte bereits 2026 erklärt, dass unzureichende Kindersicherung "nicht als Kavaliersdelikt behandelt werden" dürfe. Trotz gesetzlicher Verschärfungen seit 1993 werden etwa 60 Prozent der Kinderrückhaltesysteme weiterhin falsch genutzt – ein anhaltendes Missverhältnis zwischen Vorschrift und Praxis.

Der Vater muss mit einem Bußgeld wegen des ungesicherten Kindes rechnen und könnte für die weiteren Verstöße zusätzliche Strafen erhalten. Die Staatsanwaltschaft bearbeitet den Fall, während das Jugendamt das Wohl des Jungen prüft. Der Vorfall hat die Debatte über eine konsequentere Durchsetzung der Kindersicherungsvorschriften neu entfacht.

Quelle