Verbeamtung von Lehrkräften: Sachsen fordert bundesweite Neuprüfung – Berlin bleibt hart
Ella WagnerVerbeamtung von Lehrkräften: Sachsen fordert bundesweite Neuprüfung – Berlin bleibt hart
Die Debatte über die Verbeamtung von Lehrkräften in Deutschland gewinnt an Fahrt, nachdem Sachsen eine bundesweite Überprüfung der Regelungen gefordert hat. Aus Brandenburg liegen aktuelle Zahlen vor, die einen stetigen Anstieg nicht verbeamteter Pädagoginnen und Pädagogen zeigen – mittlerweile sind über 30 Prozent mit regulären Arbeitsverträgen beschäftigt. Berlin hingegen hält an seiner jüngsten Entscheidung fest, Lehrkräfte nach einer zwanzigjährigen Pause wieder in den Beamtenstatus zu überführen.
In Brandenburg stieg der Anteil der Lehrkräfte an staatlichen Schulen ohne Beamtenstatus von 24,2 Prozent im Schuljahr 2020/21 auf 31,1 Prozent im Schuljahr 2025/26. Fast jede fünfte dieser Kräfte ist ein Quereinsteiger – ein Zeichen für den Wandel in der Einstellungspraxis. Bildungsminister Gordon Hoffmann zeigt sich zwar offen für den sächsischen Vorschlag einer schrittweisen Abschaffung der Verbeamtung, allerdings nur unter der Bedingung, dass alle Bundesländer die Änderung einheitlich umsetzen.
Sachsen selbst hatte den Beamtenstatus für Lehrkräfte 2019 wieder eingeführt, doch nun verweist Bildungsminister Conrad Clemens auf Haushaltszwänge und steigende Pensionslasten als Gründe für eine Neubewertung. Der Deutsche Lehrerverband entgegnet, der Beamtenstatus stärke die verfassungsmäßige Loyalität – ein zunehmend wichtiges Argument angesichts wachsender extremistischer Bedrohungen.
Das Thema steht bei der Kultusministerkonferenz (KMK) an diesem Donnerstag im Mittelpunkt, nachdem Sachsen einen offiziellen Prüfauftrag angeregt hat. Berlin jedoch bleibt bei seiner Haltung. Seit der Wiedereinführung der Verbeamtung 2023 verzeichnet die Stadt weniger unbesetzte Stellen und eine bessere Bindung von Referendaren – für die Hauptstadt besteht daher kein weiterer Diskussionsbedarf.
Auf der KMK-Sitzung wird entschieden, ob ein einheitlicher Umgang mit der Lehrkräfteverbeamtung in ganz Deutschland angestrebt wird. Während Brandenburg mit einem wachsenden Anteil nicht verbeamteter Lehrkräfte und Sachsen mit Haushalts sorgen zu kämpfen haben, verweist Berlin auf positive Erfahrungen nach der Rückkehr zum Beamtenstatus. Jede politische Kursänderung würde jedoch eine Abstimmung zwischen allen 16 Bundesländern erfordern.






