27 April 2026, 12:10

Von Mondmenschen bis Spukhäuser: Die größten Medien-Fälschungen aller Zeiten

Plakat mit einem lachenden Menschen mit wilden Haaren, weit aufgerissenen Augen und einem breiten Grinsen auf einem hellgelben Hintergrund, mit dem Text "McFadden's Row of Flats: The Comedy That Has Made Many Millions Laugh."

Von Mondmenschen bis Spukhäuser: Die größten Medien-Fälschungen aller Zeiten

Falschmeldungen täuschen das Publikum seit fast zwei Jahrhunderten. Manche Scherze begannen als Satire oder Streich, arteten aber in öffentliche Panik oder sogar internationale Zwischenfälle aus. Von Mondbewohnern bis zu gefälschten Unternehmensvertretern – diese Täuschungen hinterließen nachhaltige Spuren.

1835 veröffentlichte die Zeitung The Sun eine Artikelreihe, in der behauptet wurde, Astronomen hätten Leben auf dem Mond entdeckt. Die Berichte beschrieben fledermausähnliche Humanoide und dichte Wälder, präsentiert als seriöse wissenschaftliche Entdeckung. Leser glaubten die Geschichten, überhäuften die Redaktion mit Briefen und verbreiteten die "Nachricht" in anderen Medien. Der Schwindel verbreitete sich in ganz Europa, verwirrte Wissenschaftler und untergrub vorübergehend das Vertrauen in echte astronomische Forschung.

Jahrzehnte später strahlte die BBC 1992 Ghostwatch aus, eine fiktive Live-Untersuchung eines Spukhauses. Obwohl als Drama gekennzeichnet, hielten viele Zuschauer die Sendung für real. Die Ausstrahlung löste etwa 30.000 Anrufe aus, einige von verängstigten Zuschauern, und führte zu Kritik an der BBC, die die Grenze zwischen Fiktion und Fakt verwischt habe.

2004 gab sich ein Aktivist der Gruppe The Yes Men im BBC World-Programm als Sprecher von Dow Chemical aus. Er kündigte an, das Unternehmen übernehme die volle Verantwortung für die Katastrophe von Bhopal 1984. Die gefälschte Erklärung ließ den Aktienkurs von Dow kurzzeitig sinken und entfachte die öffentliche Debatte über Unternehmensverantwortung neu.

Acht Jahre später veröffentlichte The Onion einen satirischen Artikel, dem zufolge ländliche weiße Amerikaner den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinedschad gegenüber Barack Obama bevorzugten. Iranische Medien übernahmen die Meldung als echte Umfragedaten, was zu einem internationalen Streit führte. Die US-Botschaft musste klarstellen, dass die Geschichte erfunden war.

Sogar Tech-Konzerne haben das Publikum versehentlich in die Irre geführt. 2016 führte Google zum Aprilscherz die Gmail-Funktion "Mic Drop" ein, die nach dem Versenden eines GIFs automatisch Gesprächsverläufe stumm schaltete. Viele Nutzer aktivierten sie aus Versehen, wodurch Gespräche verloren gingen und Probleme am Arbeitsplatz entstanden.

Diese Fälschungen zeigen, wie leicht Fiktion für Fakten gehalten wird. Manche lösten vorübergehende Panik aus, andere hatten finanzielle oder diplomatische Folgen. Jeder Fall unterstreicht die langfristigen Auswirkungen von Fehlinformationen – selbst wenn sie als Satire oder Unterhaltung gedacht waren.

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