12 April 2026, 04:06

Warendorf hält an umstrittenen Straßennamen trotz Bürgerprotesten fest

Altes Schwarz-Weiß-Foto einer Stadtstraße mit Gebäuden, die Fenster, Säulen und Namensschilder sowie Schuppen und Pfähle aufweisen.

Warendorf hält an umstrittenen Straßennamen trotz Bürgerprotesten fest

Stadt Warendorf behält umstrittene Straßennamen bei

Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, drei umstrittene Straßennamen nicht umzubenennen – trotz einer entsprechenden Empfehlung eines Bürgergremiums. Auch eine Gedenktafel für die Schriftstellerin Agnes Miegel am Rathaus bleibt vorerst erhalten.

Im Mittelpunkt der langjährigen Debatte standen die Straßen Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße. Ein lokales Bürgerbündnis hatte sich für ihre Umbenennung sowie die Entfernung von Miegels Gedenktafel eingesetzt. Doch die Mehrheit im Rat, bestehend aus CDU und Freien Wählergemeinschaft (FWG), lehnte beide Anträge ab.

Ausschlaggebend für die Entscheidung waren vor allem finanzielle Bedenken: Die Kosten für den Austausch der Straßenschilder wurden auf 5.700 Euro geschätzt – ein Betrag, den der Rat als zu hoch ansah. Wie André Wenning (FWG) ergänzte, hätten Gespräche mit Anwohnern der betroffenen Straßen zudem gezeigt, dass die Mehrheit gegen eine Umbenennung war.

Alternativvorschläge, etwa die Anbringung eines Zitats des ortsansässigen Autors Paul Schallück neben Miegels Tafel, fanden ebenfalls keine Zustimmung. Reinhold Schoppmann vom Bürgerbündnis kritisierte das Ergebnis als "verpasste Chance zur Auseinandersetzung".

Mit dem Beschluss bleiben die Straßennamen und die Miegel-Tafel unverändert. Weitere Änderungen sind derzeit nicht geplant. Die Entscheidung belässt den Haushalt der Stadt unangetastet, erhält aber den Status quo bei den umstrittenen Bezeichnungen und Denkmälern.

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