27 March 2026, 14:13

Warum das Vertrauen in Medien und Wissenschaft schwindet – und wer davon profitiert

Wei├čer Hintergrund mit zentrierter fetter schwarzer Schrift, die den Text "Sozialdemokratische Partei Deutschlands" enth├Ąlt, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, in einer modernen professionellen Schriftart.

Warum das Vertrauen in Medien und Wissenschaft schwindet – und wer davon profitiert

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Vertrauen in zentrale Institutionen bröckelt. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie das Vertrauen in Gerichte, Wissenschaft und Medien schwindet – und wie populistische Gruppen diese Entwicklung ausnutzen. Die Studie wirft ein Licht auf den Aufstieg von Bewegungen wie der rechtspopulistischen AfD in Deutschland, die bei jüngsten Wahlen stark zugelegt hat.

El-Mafaalani argumentiert, dass misstrauische Menschen heute über gemeinsame Skepsis zusammenfinden und enge digitale Netzwerke bilden. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" lehnen etablierte Quellen ab und vertrauen allein gleichgesinnten Stimmen. Solche Gruppen unterstützen oft Parteien, die der liberalen Demokratie feindlich gegenüberstehen – darunter die AfD.

Der Aufstieg der AfD verlief rasant: 2013 gegründet, gewann sie bei der Bundestagswahl im Februar 2025 fast 10,3 Millionen Stimmen – fast doppelt so viele wie 2021. Besonders in den ostdeutschen Bundesländern legte sie zu, doch auch im Westen, etwa in Baden-Württemberg, erreichte sie 18,8 Prozent. Ihre Kampagnen konzentrieren sich auf Migration, wirtschaftliche Ungerechtigkeiten und Angriffe auf das politische Establishment.

Digitale Medien spielen eine zentrale Rolle in der Strategie der AfD. Die Partei gewann 2025 vor allem in Debatten um Migration an Einfluss, wobei ihre genauen Taktiken unklar bleiben. Nach der Wahl verlagerte sie ihren Fokus auf wirtschaftliche Mobilisierung.

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El-Mafaalani warnt, dass selbst der Nachweis von Inkompetenz der AfD im Falle einer Regierungsbeteiligung das demokratische Vertrauen ihrer Anhänger nicht wiederherstellen würde. Seine Analyse zieht zudem Parallelen zu Figuren wie Trump und skizziert mögliche Gegenstrategien.

Der Aufstieg der AfD spiegelt tiefgreifende Verschiebungen im öffentlichen Vertrauen wider, angetrieben durch digitale Netzwerke und anti-establishment-Rhetorik. El-Mafaalanis Arbeit zeigt die Herausforderungen auf, demokratisches Vertrauen zurückzugewinnen, sobald populistische Bewegungen Fuß fassen. Seine Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen, um den Schwund des Institutionenvertrauens zu bekämpfen.

Quelle