02 May 2026, 12:06

Wie 32 Förderschulkinder mit Musiktheater ihr Selbstvertrauen entdeckten

Eine Gruppe von Kindern, die auf einer Bühne Musikinstrumente spielen, mit einer Frau, die ein Mikrofon hält, in der Mitte, umgeben von Mikrofonständern, einem Banner im Hintergrund und Pflanzen auf der rechten Seite.

Wie 32 Förderschulkinder mit Musiktheater ihr Selbstvertrauen entdeckten

Ein einzigartiges Musiktheaterprojekt hat 32 Kindern aus ländlichen Förderschulen die Chance gegeben, im Rampenlicht zu glänzen. Unter dem Titel „Könige und Königinnen – Ein musikalischer Staatsstreich“ entstand die Aufführung im Rahmen von Musiktheater 360°, einer Initiative der Musikakademie Rheinsberg. Während einer intensiven Probenwoche im Schloss Rheinsberg verwandelten die jungen Teilnehmer:innen ihre Ideen in eine lebendige und fantasievolle Show.

Das Projekt wurde von Musiker:innen des Ensemble Quillo ins Leben gerufen, einer Gruppe mit Sitz in Falkenhagen, die seit über 20 Jahren zeitgenössische Musik in ländliche Regionen bringt. Ihr Ansatz setzt auf Zugänglichkeit und Teilhabe – oft wird das Publikum direkt in die Konzepte einbezogen. Diesmal stand jedoch eine Gruppe im Mittelpunkt, die selten solche Möglichkeiten erhält: Kinder mit besonderem Förderbedarf.

Unter den jungen Darsteller:innen waren Fieby und Helene von der Clara-Zetkin-Schule, die neben den Proben noch für eine Deutschprüfung lernten. Ihre Beiträge umfassten skurrile Ideen zur Herrschaft über ihre Stadt – etwa die Vorstellung, sie mit Koalas zu füllen und allen kostenlos Eiscreme anzubieten. Das Projekt ermöglichte auch den Lehrkräften einen neuen Blick auf ihre Schüler:innen und half den Kindern zu begreifen, dass sie nicht „falsch“ sind, sondern durchaus in der Lage, eigene Regeln aufzustellen.

Die Aufführung selbst verband traumhafte Szenen mit Humor. In einer düsteren Sequenz jagte ein entenartiges Wesen mit schwarzen Schwingen und Schnabelmaske ein Mädchen, um es schließlich zu „verschlingen“. Später wechselte die Stimmung, als der komische Nachrichtensprecher Ente Kross auftrat und das Publikum aufforderte, eine Nummer mit den Endziffern 6 und 7 anzurufen. Eine Gruppe von Mädchen zwischen 11 und 16 Jahren betrat die Bühne mit selbst bemalten „Regenmachern“ – bunten Stäben, gefüllt mit Kieselsteinen, die bei Bewegung ein sanftes, regenartiges Geräusch erzeugten.

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Zum Finale tanzten die jungen Schauspieler:innen selbstbewusst über die Bühne, ihre Energie gipfelte in einem großen Fest. Der Wandel von den Proben zur Aufführung zeigte nicht nur ihre Kreativität, sondern auch ein neu gewonnenes Selbstvertrauen.

Das Projekt Musiktheater 360° bewies, wie zeitgenössische Musik Kinder mit besonderem Förderbedarf auf unerwartete Weise einbeziehen kann. Durch Gesang, Bewegung und Erzählungen übernahmen die Teilnehmer:innen Verantwortung für ihre Ideen und traten mit sichtbarer Freude auf. Für viele war es eine seltene Gelegenheit, in einem Umfeld wahrgenommen zu werden, das ihre Individualität feierte.

Quelle