18 March 2026, 08:06

95 % der Infrastruktur-Milliarden flossen nicht in geplante Projekte – ifo-Institut enthüllt Skandal

Deutsches Auslandsdarlehen-Zertifikat aus dem Jahr 1924 mit einem Porträt einer Frau, bedruckt mit Text und numerischen Denominationen auf altem Papier.

Grüne werfen Union und SPD vor, Versprechen zur Verfassungsänderung für Sondervermögen zu brechen - 95 % der Infrastruktur-Milliarden flossen nicht in geplante Projekte – ifo-Institut enthüllt Skandal

Ein neuer Bericht des ifo Instituts zeigt, dass 95 % der 24,3 Milliarden Euro, die Deutschland 2025 aus dem Sondervermögen Infrastruktur entnommen hat, nicht für Investitionen verwendet wurden. Die Erkenntnisse lösten scharfe Kritik der Oppositionsparteien aus, die der Koalitionsregierung vorwerfen, Wahlversprechen gebrochen zu haben. Der Wirtschaftswissenschaftler Lars Feld bezeichnete die Fehlverwendung als "keineswegs überraschend" – angesichts der bisherigen Entwicklung.

Der Sonderfonds war 2021 mit 50 Milliarden Euro eingerichtet worden, um Schlüsselprojekte wie den Ausbau der Autobahnen A20, A94 und A7 sowie die Modernisierung des ICE-Schienennetzes zu beschleunigen. Bis Ende 2025 waren rund 28 Milliarden Euro für über 1.200 Straßen- und Schienenprojekte bewilligt worden, was zu einer Reduzierung von Verzögerungen und einer Kapazitätssteigerung um 15 bis 20 % führte. Doch die Analyse des ifo Instituts belegt, dass der Großteil der 24,3 Milliarden Euro, die 2025 aufgenommen wurden, anders verwendet wurde.

Die Grünen, die mit ihrer Zustimmung die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag für die verfassungsrechtliche Verankerung des Fonds gesichert hatten, warfen der Union und der SPD vor, die getroffenen Vereinbarungen verraten zu haben. Parteichefin Franziska Brantner erklärte, die Koalition habe das Vertrauen der Bürger untergraben, indem sie Gelder an Sonderinteressen umleitete – statt in Brücken, Schulen und Klimaschutz zu investieren. Auch FDP-Chef Christian Dürr forderte Kanzler Merz auf, den Kurs zu korrigieren, und nannte die aktuelle Praxis "nicht tragbar".

Kritik gab es zudem an Bundeskanzler Friedrich Merz und SPD-Co-Vorsitzendem Lars Klingbeil, denen vorgeworfen wird, das Sondervermögen verschwendet zu haben, ohne Reformen oder greifbare Investitionen vorzuweisen. Die Grünen betonten, die ursprüngliche Grundgesetzänderung habe den 500-Milliarden-Euro-Fonds ausdrücklich auf zusätzliche Investitionen beschränkt.

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Die Debatte offenbart einen wachsenden Streit über Haushaltsdisziplin und den Umgang mit öffentlichen Geldern. Da der ifo-Bericht die Fehlleitung der Mittel bestätigt, wächst der Druck auf die Regierung, ihre Ausgaben zu rechtfertigen. Die Opposition hat deutlich gemacht, dass sie weiter auf strengere Kontrollen und eine Rückkehr zum eigentlichen Zweck des Fonds drängen wird.

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