Berufsständische Versorgungswerke in der Krise: Millionenverluste und Vertrauensverlust bei Zahnärztekammer Berlin
Matteo WolfBerufsständische Versorgungswerke in der Krise: Millionenverluste und Vertrauensverlust bei Zahnärztekammer Berlin
Die Krise bei den deutschen berufsständischen Versorgungswerken hat sich weiter zugespitzt: Mehrere Einrichtungen stehen vor Verlusten in zweistelliger Millionenhöhe durch hochriskante Investitionen. Der Verband der berufsständischen Versorgungseinrichtungen (ABV) hat nun eingelenkt und fordert dringende Maßnahmen, um Stabilität und Vertrauen in das System wiederherzustellen.
Im Mittelpunkt der Krise steht die Versorgungseinrichtung der Zahnärztekammer Berlin (VZB). Der ABV-Vorstand übt Druck auf den Verwaltungsausschuss der VZB aus und kritisiert die zögerliche Aufarbeitung sowie die Abhängigkeit von laufenden Ermittlungen. Gefordert werden eine "deutlich beschleunigte Vorlage" der Jahresabschlüsse für 2024 und 2025 sowie "zeitnahe, umfassende und transparente Informationen" über die Lage des Fonds.
Die wachsende Verärgerung gilt auch öffentlichen Streitigkeiten, die das Vertrauen in die Altersvorsorge für Freiberufler gefährden. Der ABV warnt zudem, dass der Fall VZB die Debatte über die Altersversorgung Selbstständiger neu entfachen könnte.
Als Reaktion auf die Turbulenzen hat der ABV ein neues Zertifizierungssystem für berufsständische Versorgungswerke eingeführt. Dieses soll die Einhaltung gemeinsamer Leitlinien zu Anlagestrategie, Risikomanagement und Governance sicherstellen. Unklar ist jedoch, wie viele der 91 deutschen Versorgungseinrichtungen die neuen Standards bereits erfüllen.
Der ABV pocht auf entschlossene Schritte, um die VZB zu stabilisieren und einen weiteren Vertrauensverlust zu verhindern. Gefordert werden mehr externe Expertise in zentralen Entscheidungsgremien und eine klarere Kommunikation. Ohne schnelles Handeln droht die Krise von der VZB auf andere Versorgungswerke überzugreifen.
