Bollenhut-Trägerinnen wählen: Tradition trifft auf Landtagswahl in Baden-Württemberg
Matteo WolfWahl in traditioneller Tracht - Bollenhut-Trägerinnen wählen: Tradition trifft auf Landtagswahl in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg wählt neuen Landtag – Frauen in Bollenhut-Tracht stimmen bei Urlaubswahl ab
Am Sonntag fand in Baden-Württemberg die Landtagswahl statt, bei der rund 7,7 Millionen Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben konnten. Die Wahl entscheidet über die künftige Landesregierung und bringt nach Jahren unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) einen Wechsel an die Spitze. In einer Ecke des Schwarzwalds gaben einige Frauen ihre Stimme in traditioneller Bollenhut-Tracht ab – ein seltener Anblick mit historischem Bezug.
Der Bollenhut zählt zu den bekanntesten Symbolen des Schwarzwalds, neben Kuckucksuhren und Schwarzwälder Kirschtorte. Erstmals vor 222 Jahren dokumentiert, besteht der schwere Wollhut aus großen Pompons und kann bis zu zwei Kilogramm wiegen. Traditionell tragen unverheiratete Frauen rote Pompons, verheiratete Frauen schwarze.
Der Brauch, in Bollenhut-Tracht wählen zu gehen, reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. In Dörfern wie Gutach signalisierten die Hüte einst die politische Gesinnung: Rot stand für protestantisch-konservative, Weiß für katholische Wähler. Männer begleiteten ihre Frauen zu den Wahllokalen und beeinflussten deren Entscheidung – in einer Zeit, in der Frauen noch kein volles Wahlrecht possessed.
Die Wahl selbst wird die Zukunft des Landes prägen. Als Favoriten für die Nachfolge Kretschmanns gelten Manuel Hagel (CDU) und Cem Özdemir (Grüne). Die Wähler in Baden-Württemberg entscheiden nun, wer nach Jahren grüner Führung die Geschicke des Landes lenken wird.
Der Auftritt der Bollenhut-Trägerinnen an den Wahlurnen unterstreicht die tief verwurzelten Traditionen des Schwarzwalds. Gleichzeitig werden die Wahlergebnisse den Kurs der nächsten Landesregierung bestimmen. In den kommenden Wochen wird aus der siegreichen Partei ein neuer Ministerpräsident hervorgehen.
