22 March 2026, 02:06

BP verkleinert sich radikal – und profitiert vom Ölpreis-Hoch über 110 Dollar

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Vermögenswerten für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkleinert sich radikal – und profitiert vom Ölpreis-Hoch über 110 Dollar

BP beschleunigt Umstrukturierung – Ölpreis steigt auf über 110 Dollar pro Barrel

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BP treibt seine interne Umstrukturierung voran, während die Ölpreise auf über 110 Dollar pro Barrel klettern. Das Unternehmen hat sein Sparziel nun auf bis zu 7,5 Milliarden Dollar bis 2027 erhöht. Gleichzeitig verkauft es Vermögenswerte, darunter eine große deutsche Raffinerie, um Schulden abzubauen und die Geschäfte zu straffen.

Die Ölpreise sind aufgrund von Blockaden in der Straße von Hormus stark angestiegen und haben den Preis für Brent-Rohöl auf etwa 112 Dollar pro Barrel getrieben. Dieser Anstieg kommt zu einem Zeitpunkt, an dem BP unter anhaltendem Finanzdruck steht: Der Marktwert des Konzerns sank von rund 100 Milliarden Dollar im Jahr 2019 auf etwa 80 bis 90 Milliarden Dollar zu Beginn des Jahres 2026. Gründe für den Rückgang sind unter anderem schwankende Energiemärkte, geringere Dividenden und der Wandel hin zu erneuerbaren Energien.

BP hat sein Kostensenkungsziel nun auf 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar bis 2027 angehoben – etwa 30 Prozent der Ausgaben von 2023. Zudem treibt das Unternehmen sein Desinvestitionsprogramm im Umfang von 20 Milliarden Dollar voran und hat bereits Verkäufe in Höhe von über 11 Milliarden Dollar getätigt. Ein zentraler Schritt ist der Verkauf der Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Die Anlage, die jährlich 12 Millionen Tonnen Öl verarbeitet, wird mit rund 1.800 Mitarbeitern an den neuen Eigentümer übergehen. Durch den Deal könnten BP-Verbindlichkeiten um bis zu 1,7 Milliarden Dollar sinken.

Analysten der HSBC zeigen sich optimistisch und haben die BP-Aktie von "Reduzieren" auf "Halten" hochgestuft sowie das Kursziel angehoben. Dennoch bleibt das Unternehmen an anderen Fronten unter Druck. In den USA wurden rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte der BP-Raffinerie in Whiting, Indiana, nach gescheiterten Tarifverhandlungen ausgesperrt. Die US-Regierung erteilte daraufhin eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung nach dem Jones Act, um Lieferkettenengpässe zu mildern.

Mit den Umstrukturierungsmaßnahmen will BP durch Vermögensverkäufe und Personalanpassungen Kosten senken und Schulden reduzieren. Die finanzielle Lage des Konzerns bleibt jedoch angesichts von Marktschwankungen und geopolitischen Risiken angespannt. Angesichts hoher Ölpreise und laufender Desinvestitionen wird sich in den kommenden Jahren zeigen, ob diese Schritte die Performance des Unternehmens stabilisieren können.

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