Brandenburg reformiert Hochschulen: Schnellere Professur-Besetzung und HPI-Ausbau als Digital-Hub
Ella WagnerBrandenburg reformiert Hochschulen: Schnellere Professur-Besetzung und HPI-Ausbau als Digital-Hub
Brandenburg steht vor einer grundlegenden Reform seines Hochschulsystems: Ein neues Gesetz soll die Besetzung von Professuren beschleunigen und das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam als führendes europäisches Zentrum für Digitalwissenschaften ausbauen. Der Landesregierung hat den Gesetzentwurf bereits gebilligt, um die Pläne voranzutreiben.
Das Vorhaben basiert auf einer Vereinbarung aus dem Jahr 2025 zwischen der Landesregierung, der Universität Potsdam und der Hasso-Plattner-Stiftung. Demnach wird das HPI zu einem großen Universitätscampus ausgebaut – finanziert durch den Stiftungsgründer Hasso Plattner. Zudem erhalten die Hochschulen dauerhaft mehr Entscheidungsbefugnis bei der Einstellung und Beförderung von Professoren, was ihre Autonomie stärken soll.
Aktuell dauert die Besetzung einer Professur in Brandenburg zwischen 12 und 24 Monate. Die Reform zielt darauf ab, diesen Prozess auf sechs bis zwölf Monate zu verkürzen – und Brandenburg damit zum schnellsten Bundesland bei Hochschulberufungen zu machen. Bürokratie soll abgebaut, die Auswahl nach Leistungsgesichtspunkten gefördert werden.
Matthias Barth, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, begrüßte die Änderungen als wichtigen Schritt für die Wettbewerbsfähigkeit. Neben schnelleren Berufungsverfahren vereinfacht das Gesetz auch die Studierendenaufnahme und optimiert so den Hochschulbetrieb.
Die Reformen markieren einen tiefgreifenden Wandel in der brandenburgischen Hochschullandschaft: Die Universitäten gewinnen mehr Eigenständigkeit bei Personalentscheidungen, während der Ausbau des HPI seine Position als Vorreiter in den Digitalwissenschaften festigt. Die neuen Regelungen sollen in Kraft treten, sobald das Gesetz final verabschiedet ist.






