08 April 2026, 08:09

Brandts Witwe attackiert SPD: "Verloren Kontakt zur Arbeiterklasse"

Deutsches Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa.

Brandts Witwe attackiert SPD: "Verloren Kontakt zur Arbeiterklasse"

Brigitte Seebacher, die Witwe des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, hat die SPD in einem aktuellen Gastbeitrag für Die Welt scharf kritisiert. Ihre Äußerungen fallen in eine Phase, in der in Rheinland-Pfalz die Koalitionsgespräche beginnen – in einem Bundesland, in dem die Partei fast zehn Prozentpunkte an Unterstützung verloren hat.

Seebacher wirft der SPD vor, den Kontakt zu ihrer traditionellen Wählerschaft verloren zu haben und deren Interessen nicht mehr zu vertreten. Die frühere Sozialdemokratin, die die Partei 1995 verließ, begründete ihren Austritt damals mit der Abkehr von den Werten der Arbeiterklasse. Nun behauptet sie, die heutige Parteiführung verstehe die ursprüngliche Basis nicht mehr und spreche sie auch nicht an. Stattdessen, so Seebacher, setze die SPD auf politische Korrektheit und verlasse sich auf vergangene Erfolge, um relevant zu bleiben.

In ihrem Gastbeitrag führt sie als Beispiel für die Entfremdung der SPD die vegane Ernährung von Alexander Schweitzer an. Die Partei biete kaum mehr als Sozialpolitik und Nostalgie nach ihrer eigenen Geschichte, kritisiert sie. Selbst eine Zusammenarbeit der CDU mit der AfD hält Seebacher für denkbarer als ein Bündnis mit der SPD.

Zudem warnt sie den Wahlgewinner davor, voreilig eine Koalition mit der SPD einzugehen. Parteien – und insbesondere die SPD – seien nicht für die Ewigkeit gemacht, so ihre Überzeugung. Der aktuelle Niedergang der Sozialdemokraten sei vielmehr ein Zeichen dafür, dass es ihr nicht gelungen sei, sich den veränderten Zeiten anzupassen.

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Der Gastbeitrag unterstreicht die tiefen Gräben innerhalb der SPD, die mit sinkenden Umfragewerten kämpft. Seebachers Kritik deutet darauf hin, dass die Partei ihre Ausrichtung grundlegend überdenken muss, will sie nicht weiter an Rückhalt in der Wählerschaft verlieren. Ihre Äußerungen erhöhen den Druck im Vorfeld der entscheidenden Koalitionsverhandlungen in Rheinland-Pfalz.

Quelle