Bundeskartellamt bremst Remondis-Expansion mit schärferen Fusionskontrollen
Ella WagnerKartellamt verschärft Kontrolle über Müllriese Remondis - Bundeskartellamt bremst Remondis-Expansion mit schärferen Fusionskontrollen
Das Bundeskartellamt hat für den Entsorgungsriesen Remondis strengere Kontrollen verhängt. Der Schritt folgt einer Sektoruntersuchung aus dem Jahr 2023, bei der festgestellt wurde, dass die Muttergesellschaft des Konzerns, die Rethmann Gruppe, eine marktbeherrschende Stellung innehat. Nach den neuen Regeln muss das Unternehmen die Behörden künftig drei Jahre lang über alle geplanten Übernahmen informieren.
Bisher unterlagen nur Firmen mit einem Jahresumsatz von über 17,5 Millionen Euro der Fusionskontrolle. Diese Regelungslücke ermöglichte es Remondis, ohne Aufsicht rasant zu wachsen. Die Prüfung des Kartellamts ergab 2023, dass die Rethmann Gruppe in den Bereichen Abfallsammlung, Sortierung, Recycling und Energieerzeugung zu mächtig geworden war.
Die verschärfte Aufsicht bedeutet, dass Remondis künftig vor der Übernahme von Wettbewerbern eine Genehmigung einholen muss. Dies könnte die Expansion des Konzerns bremsen und das Unternehmen zwingen, seine Strategie anzupassen. Das Urteil setzt zudem einen Präzedenzfall für strengere Regulierung im deutschen Entsorgungssektor.
