Bundesregierung reagiert zögerlich auf Maduros Festnahme durch die USA
Ella WagnerBundesregierung reagiert zögerlich auf Maduros Festnahme durch die USA
Die deutsche Bundesregierung schwieg stundenlang, nachdem die USA den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festgenommen hatten. Noch am frühen Samstagnachmittag gab es aus Berlin keine offizielle Reaktion. Die Nachricht von Maduros Verhaftung verbreitete sich gegen 10 Uhr Ortszeit. Doch selbst bis 14 Uhr hatte die Bundesregierung noch keine Stellung bezogen. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Insider, die Lage werde "sehr aufmerksam" und mit "größter Sorge" verfolgt. Später bestätigte die Regierung, die Entwicklungen in Venezuela mit Besorgnis zu beobachten. Im Auswärtigen Amt wurde ein Krisenstab eingerichtet, und die Reisewarnung wurde auf das gesamte Land ausgeweitet. Die Verantwortlichen betonten die Notwendigkeit, das Völkerrecht zu achten, und riefen zu einer Deeskalation auf. Gleichzeitig forderten sie eine politische Lösung des Konflikts und hielten engen Kontakt zur deutschen Botschaft in Caracas sowie zu wichtigen Verbündeten. Die politischen Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Die Linke bezeichnete die Festnahme als "eklatanten Bruch des Völkerrechts". Der CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter warf den USA vor, sich "endgültig von der regelbasierten Ordnung" verabschiedet zu haben. Sein Parteikollege Jürgen Hardt hingegen sah in dem Schritt einen "Hoffnungsschimmer". Die Grünen hingegen drängten die Bundesregierung, die Vorgehensweise Washingtons deutlich zu verurteilen. Mittlerweile hat Deutschland seine Reisehinweise ausgeweitet und eine Kriseneinheit eingerichtet, um die Folgen zu bewältigen. Das Auswärtige Amt mahnt weiterhin zur Zurückhaltung und zu einer Rückkehr zu diplomatischen Lösungen. Die Regierung bleibt vorerst in engem Austausch mit ihrer Botschaft in Caracas und internationalen Partnern.
