05 March 2026, 22:14

Chemnitzer Friedenstein verbindet Erinnerung an 1945 mit Protesten gegen Aufrüstung

Eine Gedenktafel an einer Wand mit Bildern von Individuen und Text, die an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnert.

Chemnitz gedenkt der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg - Chemnitzer Friedenstein verbindet Erinnerung an 1945 mit Protesten gegen Aufrüstung

Hunderte versammelten sich in Chemnitz zum 25. Friedenstein, um an die Zerstörung der Stadt durch die Bombenangriffe 1945 zu erinnern. Das Programm umfasste Kranzniederlegungen, eine Kundgebung gegen die Aufrüstung sowie einen feierlichen Gottesdienst. Das diesjährige Motto "Standhaft für den Frieden" verband historische Reflexion mit aktueller Friedensarbeit.

Der Tag begann mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal für die Bombenopfer auf dem städtischen Friedhof. Oberbürgermeister Sven Schulze, der sächsische Landtagspräsident Alexander Dierks und Schülerinnen und Schüler gedachten dabei der Opfer des Luftangriffs vom 5. März 1945.

Im Anschluss fand in der St.-Jacobi-Kirche ein ökumenischer Friedensgottesdienst statt. Danach läuteten alle Chemnitzer Kirchen im traditionellen Gedenken ihre Glocken. Der Höhepunkt der Gedenkveranstaltungen folgte am Neumarkt, wo Reden und Ehrungen die Forderung nach einem dauerhaften Frieden unterstrichen.

Gleichzeitig zogen bis zu 400 Menschen in einer Demonstration durch die Innenstadt und protestierten gegen Wehrpflicht und militärische Aufrüstung. Am Karl-Marx-Monument versammelten sich Hunderte zu einer Kundgebung, die das Ende der Wiederbewaffnung forderte. Besonders junge Aktivistinnen und Aktivisten setzten sich für höhere Sozialausgaben statt Militärhaushalte ein und verlangten von der Politik, geplante Pflichtdienste abzuschaffen und stattdessen in Bildung und Gesundheitswesen zu investieren.

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Die Proteste zeigten die wachsende Ablehnung unter Chemnitzer Jugendlichen gegenüber einer Militärisierung. Ihre Forderungen umfassten diplomatische Lösungen für Konflikte sowie eine Umverteilung der Mittel von Rüstung zu öffentlichen Dienstleistungen.

Der 25. Chemnitzer Friedenstein verband Erinnerungskultur mit aktuellem Engagement. Während offizielle Zeremonien der Opfer gedachten, machten die Demonstrationen den anhaltenden Widerstand gegen militärische Politik deutlich. Die Veranstaltungen zeigten, wie das historische Gedächtnis bis heute die Forderung nach einer friedlicheren Zukunft prägt.

Quelle