Dolores-Olmedo-Museum öffnet nach sechs Jahren trotz Umzugsstreit wieder
Ella WagnerDolores-Olmedo-Museum öffnet nach sechs Jahren trotz Umzugsstreit wieder
Das Dolores-Olmedo-Museum kehrt nach fast sechsjähriger Schließung zurück
Im Februar wird das Dolores-Olmedo-Museum in La Noria, Xochimilco, nach nahezu sechs Jahren wieder seine Türen öffnen – und das trotz heftiger Proteste gegen Pläne, die wertvollen Sammlungen von Frida Kahlo und Diego Rivera an einen neuen Standort im Chapultepec-Park zu verlegen.
Das Museum, das die weltweit größten Bestände beider Künstler beherbergt, sieht sich seit der Ankündigung der Verlegung Anfang 2025 monatelangen Demonstrationen gegenüber.
Die Wiedereröffnung findet am ursprünglichen Standort in der Av. México 5843 statt, wo Besucher wieder die ikonischen Werke bewundern können. Den Auftakt nach der Rückkehr bildet am 2. Februar eine neue Ausstellung des Landschaftsmalers Yoab Vera, der auch als Architekt ausgebildet wurde.
Trotz Werbeversprechen, die einen baldigen Umzug suggerieren, wurden am vorgesehenen Standort Parque Aztlán noch keine Bauarbeiten aufgenommen. Die Verlegungspläne haben massive Kritik ausgelöst: Gegner argumentieren, sie verstießen gegen den letzten Willen der verstorbenen Dolores Olmedo. Proteste, Petitionen und Social-Media-Kampagnen – darunter die Initiative #NoToquenOlmedo – haben bis März 2026 über 100.000 Unterschriften gesammelt. Auch Kunsthistoriker wie Claudia Madrazo, ehemalige Direktorin des INBA, und der Mexikanische Künstlerverband lehnen die Pläne vehement ab und warnen vor Risiken für die Kunstwerke.
Die Museumsleitung betont die Nähe zum Stadion der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 – dem ehemaligen Estadio Azteca – als zentralen Grund für die geplante Verlegung. Doch die Kontroverse ebbt nicht ab: Viele fordern, die Sammlungen müssten in ihrem angestammten Zuhause bleiben.
Die Rückkehr nach La Noria bringt den Befürwortern des aktuellen Standorts vorerst Entlastung. Doch die Debatte um die Zukunft der Bestände geht weiter. Da in Parque Aztlán noch nicht einmal mit dem Bau begonnen wurde, bleibt ungewiss, wann ein Umzug überhaupt realistisch wäre.