Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Ella WagnerEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Kölner Dom könnte erstmals in seiner Geschichte Eintrittsgeld verlangen
Noch in diesem Jahr könnte der Kölner Dom erstmals in seiner Geschichte Besuchern Eintrittsgeld berechnen. Der geplante Schritt hat unter Denkmalschützern Kritik ausgelöst. Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, nannte den Vorschlag "sehr problematisch" und warnte, er könnte den Charakter des Wahrzeichens für immer verändern.
Der Dom, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an. Er zählt zu den bekanntesten katholischen Kirchen der Welt und beherbergt die Reliquien der Heiligen Drei Könige. Trotz seiner Beliebtheit argumentieren die Verantwortlichen nun, dass eine Eintrittsgebühr notwendig sei, um die laufenden Instandhaltungs- und Restaurierungsarbeiten zu finanzieren.
Schock-Werner erkannte zwar den finanziellen Druck an, betonte jedoch, dass eine Eintrittsgebühr sozial schwächere Besucher ausschließen könnte. Sie fürchtet, der Dom könnte seine Rolle als öffentlicher Ort verlieren, der allen offensteht. Ihre Bedenken spiegeln eine breitere Debatte in Deutschland wider, wo ähnliche Pläne für bedeutende historische Stätten auf Widerstand stoßen.
Zwischen 2021 und 2026 zeigten Diskussionen über die Finanzierung von Domen in Köln, Mainz und anderen Städten tiefe Gräben auf. Denkmalschutzverbände und Kultureinrichtungen lehnen Gebühren oft mit Verweis auf Zugangsbarrieren ab. Gleichzeitig unterstützen einige Kommunalpolitiker sie als praktische Lösung für steigende Kosten.
Die genaue Höhe der Gebühr steht noch nicht fest. Sollte sie eingeführt werden, wäre dies ein einschneidender Wandel für das 800 Jahre alte Bauwerk.
Die Entscheidung, Eintritt zu verlangen, könnte das Erlebnis des Kölner Doms grundlegend verändern. Zwar zielt der Schritt darauf ab, die Finanzierung zu sichern – Kritiker warnen jedoch, er könnte den Zugang zu einem Ort einschränken, der zentral für die Identität der Stadt ist. Eine endgültige Ankündigung zur Gebühr wird in den kommenden Monaten erwartet.